Vor dem Landgericht Schwerin hat der Prozess gegen einen 72-jährigen Mann begonnen, der unter anderem mehrfach Mädchen sexuell missbraucht und seine Taten gefilmt und fotografiert haben soll. Die Anklage wirft ihm besonders schweren sexuellen Missbrauch von Kindern in Tateinheit mit dem Besitz kinderpornografischer Inhalte vor. Zudem soll er sich weitere entsprechende Inhalte über das Internet beschafft haben.
Auftakt der Verhandlung
Zu Beginn der Verhandlung äußerte sich der Angeklagte aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim zunächst nicht, wie sein Verteidiger erklärte. Auf Vorschlag des Verteidigers und mit Einverständnis der Staatsanwaltschaft unterbrach der Vorsitzende Richter Armin Lessel die Sitzung für ein Rechtsgespräch beider Seiten hinter verschlossenen Türen.
Vorwürfe: Reisen nach Asien und Internet-Downloads
Laut Staatsanwaltschaft soll der Mann zwischen 2008 und 2012 jährlich nach Asien gereist sein und dort Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren missbraucht haben. Seine Taten soll er mit einer Digitalkamera dokumentiert haben. Zwischen 2022 und 2025 soll er kinder- und jugendpornografische Inhalte aus dem Internet heruntergeladen oder dies versucht haben. Tausende entsprechende Dateien habe er auf verschiedenen Datenträgern gespeichert.
Hinweis aus den USA und Haft
Die Ermittlungsbehörden wurden 2025 auf den Angeklagten aufmerksam, wie ein Sprecher des Landgerichts im Vorfeld erklärte. Grund war ein Hinweis einer US-Organisation im Zusammenhang mit der im Internet verwendeten IP-Adresse. Bei einer Hausdurchsuchung stellte die Polizei laut Anklage Laptops und externe Festplatten sicher.
Seit März 2026 befindet sich der 72-Jährige, der im Rollstuhl sitzt, in Untersuchungshaft. Anfang Juni 2026 wurde Anklage gegen ihn erhoben. Das Landgericht hat zunächst drei Fortsetzungstermine angesetzt. Ein Urteil könnte bereits in den kommenden Tagen ergehen.