Rückblick: Ein hitziger Landtagswahlkampf in MV mit vielen Wendungen
Rückblick: Hitziger Landtagswahlkampf in MV

Der Landtagswahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern ist Geschichte. Er bot Glücksmomente und Wettstreit, aber auch Konfrontation, Eskalation und persönliche Anfeindung. Ein Rückblick auf die vergangenen Monate.

Ein Wahlkampf mit vielen Wendungen

Im September 2025 eröffnete die SPD die Aufstellung ihrer Direktkandidaten. Die AfD kündigte an, dass Leif-Erik Holm Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) herausfordern soll. Später wurde Enrico Schult Spitzenkandidat der AfD. Eine Umfrage sah die AfD damals bei 38 Prozent, die SPD bei 19.

Im Oktober verlor das BSW mit Peter Langer einen Landesvorsitzenden, Peter Schabbel blieb. In der Partei rumorte es. Einen Monat später brachten die Grünen nach einer Schlammschlacht eine neue Landesliste ins Spiel. Claudia Müller aus Stralsund wurde später Spitzenkandidatin. Die AfD erklärte ihr Ziel: Alleinregierung in MV. Linke und SPD stritten in der Regierung über Rüstungsaufträge.

Personalien und Provokationen

Im Dezember wollte sich FDP-Landeschef René Domke aus dem Landtag zurückziehen. Patrick Dahlemann (SPD), Chef der Staatskanzlei, nannte die AfD-Politik „a-sozial“. Im Januar 2026 gab CDU-Landeschef Daniel Peters das Ziel aus, die SPD einzuholen. Die AfD stellte ihre Landesliste auf, was später zu Streit führte. Enrico Schult besiegte Nikolaus Kramer klar im Kampf um Listenplatz 1. Die FDP wählte den Juristen Jakob Schirmer zum Spitzenkandidaten.

Im Februar sorgte eine SPD-Personalie für Wirbel: Lilly Blaudszun, Schwesigs Wahlkampfmanagerin, war gleichzeitig Angestellte einer Agentur, die für die Landesregierung arbeitete. Eine Umfrage sah die AfD bei 37 Prozent, die SPD bei 23.

Ein Wal und ein Bankräuber

Im April dominierte ein Wal den Wahlkampf. Buckelwal „Timmy“ spielte über Wochen eine Sonderrolle in der Ostsee. Umweltminister Till Backhaus (SPD) wollte ihn mal sterben lassen, mal retten. SPD-Chefin Schwesig setzte verstärkt auf ihre Strategie gegen die AfD. Die CDU warf ihr vor, die AfD damit zu stärken.

Im August wurde bekannt: Der Rostocker AfD-Kandidat Sascha Gläser war früher Bankräuber. Die Partei „Team Freiheit“ provozierte mit auffälligen Plakaten, auf einem stand: „Ganz MV hasst das Finanzamt“. Linken-Kandidat Daniel Trepsdorf warb dafür, Schwesig und nicht ihn zu wählen, um AfD-Mann Holm im Schweriner Wahlkreis zu besiegen. CDU-Spitzenkandidat Peters versuchte Werbung auf der Dating-Plattform „Tinder“. AfD-Bundeschef Tino Chrupalla diskreditierte bei einem Auftritt in MV „Zigeuner“ und kassierte eine Strafanzeige.

Der Endspurt

Im September wurde Schwesig zur „Frau gegen Blau“. In Duellen mit Holm flogen die Fetzen. Die SPD holte zur AfD auf und überholte sie: 37 zu 36 Prozent. Die CDU sank auf bis zu 6 Prozent ab. Wichtige CDU-Leute forderten ein Ende der Abschottung zur AfD. Die MV-Wahl wurde zur Zukunftsfrage für Kanzler Merz erklärt.