Nach dem Abriss der Schauburg könnte auch das Nachbarhaus in der Mecklenburgstraße fallen. Ein neues Gutachten zum Zustand des Gebäudes liegt der Stadt vor und wird geprüft. Bislang lehnt die Verwaltung einen Abriss ab.
Neues Gutachten zum Nachbarhaus der Schauburg
Das Wohn- und Geschäftshaus Mecklenburgstraße 51 steht direkt neben dem ehemaligen Kino. Im Erdgeschoss war viele Jahre das italienische Restaurant „La Dolce Vita“ untergebracht. Der Eigentümer möchte auch dieses Gebäude abreißen lassen. Bislang lehnt die Stadt das ab.
„Der Investor hat jetzt noch einmal ein ganz aktuelles Gutachten eingereicht“, bestätigt Schwerins Vize-Oberbürgermeister und Baudezernent Bernd Nottebaum (CDU). Dieses werde nun geprüft. „Bisher hat unsere Prüfung ergeben, dass das Gebäude nicht abgebrochen werden darf“, sagt Nottebaum.
Erhaltungssatzung und 80-Prozent-Regel
Anders als die ehemalige Schauburg steht das Nachbargebäude nicht unter Denkmalschutz, für den Bereich gilt jedoch eine Erhaltungssatzung. Für einen Abriss müsste nachgewiesen werden, dass mindestens 80 Prozent der maßgeblichen Bausubstanz erneuert werden müssten. Genau das sah die Stadt bei den bisher vorgelegten Unterlagen nicht als gegeben an.
Ob das neue Gutachten zu einer anderen Einschätzung führt, soll die aktuelle Prüfung zeigen. Öffentlich bekannt geworden ist unter anderem die Idee für ein großes gastronomisches Angebot, das sich insbesondere an Busreisegruppen richten könnte. Fest beschlossen ist ein solches Restaurant allerdings nicht, stellt Nottebaum klar. „Das ist eine von mehreren möglichen Ideen.“
Schauburg musste wegen Einsturzgefahr weichen
Die Schauburg wurde 1912 als Lichtspielhaus errichtet und gehörte zu den ältesten eigens für Filmvorführungen gebauten Kinos im Land. Im September 2025 ergaben ein statisches Gutachten und eine Besichtigung durch die Bauaufsicht eine akute Einsturzgefahr. Die Mecklenburgstraße musste auf Höhe des Gebäudes zeitweise voll gesperrt werden. Trotz Denkmalschutz wurde der Abriss genehmigt.
Die Stadtvertretung hatte im Juni beschlossen, prüfen zu lassen, wie künftig an das traditionsreiche Kino erinnert werden kann. Baurechtlich seien auf dem Gelände auch Geschäfte möglich, erklärt Nottebaum. „Alles, was Frequenz in die Innenstadt bringt, ist gut“, sagt der Dezernent. Ob dafür tatsächlich noch ein weiteres Gebäude verschwindet, hängt nun von der Prüfung des neuen Gutachtens ab.