In Schwerin bleibt der dunkle Verbindungsweg zwischen Friedrichsthal und Warnitz vorerst ohne Straßenbeleuchtung. Die von der Stadtvertretung gesetzte Frist bis zum 1. Oktober 2026 ist verstrichen, sichtbare Bauarbeiten gab es nicht. Die Stadtverwaltung bestätigt: Der Termin kann nicht gehalten werden. Nach derzeitigem Stand soll der Baubeginn erst im Oktober 2027 erfolgen.
Frist verstrichen: Keine Laternen in Sicht
Die Stadtvertretung hatte im März dieses Jahres einen mehrfraktionellen Antrag von CDU, SPD, Linken sowie Unabhängigen Bürgern/FDP beschlossen. Darin wurde der Oberbürgermeister beauftragt, die Beleuchtungsmaßnahme im zweiten Beleuchtungsabschnitt zwischen Warnitz und Friedrichsthal bis zum 1. Oktober 2026 umzusetzen. Vorgesehen war eine insektenfreundliche beziehungsweise naturnahe LED-Technik mit geringer Lichtemission.
Doch daraus wird nichts: „Nein, der Termin kann nicht gehalten werden“, teilt die Verwaltung mit. Statt neuer Laternen gibt es eine weitere Verschiebung. „Nach derzeitigem Stand wird der Baubeginn erst im Oktober 2027 realisiert werden“, heißt es aus der Verwaltung. Damit verschiebt sich das Vorhaben um mindestens ein weiteres Jahr.
Umweltauflagen als Grund für Verzögerung
Als Grund nennt die Verwaltung Umweltauflagen. „Es gibt umwelttechnische Erfordernisse: Die Maßnahme muss in einer schonzeitfreien Zeit durchgeführt werden. Eine frühere Realisierung ist nicht realistisch und umsetzbar.“ Die Schutzzeit für Gehölze endet regulär am 30. September, ab dem 1. Oktober wären entsprechende Arbeiten grundsätzlich wieder zulässig. Unklar bleibt, warum die Verwaltung die Politik nicht schon bei der Festlegung der Frist auf die naturschutzrechtlichen Einschränkungen hingewiesen hat.
Anwohner seit 15 Jahren ohne Licht
Für die Anwohner ist die fehlende Beleuchtung seit gut 15 Jahren ein Ärgernis. Der Weg wird regelmäßig von Fußgängern, Schülern und Radfahrern genutzt – vor allem in den frühen Morgenstunden, wenn es noch stockdunkel ist. In den Herbst- und Wintermonaten, wenn die ersten Schulbusse in der Dunkelheit starten und am Nachmittag früh die Dämmerung einsetzt, wird das Thema immer wieder diskutiert. Für die Menschen in Warnitz und Friedrichsthal bedeutet das: Noch mindestens einen weiteren Herbst und Winter bleibt der Weg zwischen beiden Stadtteilen dunkel.