Landtagswahl MV: Schwesig gewinnt Wahlkreis vor Holm
Schwesig gewinnt Wahlkreis vor Holm

Die AfD hat die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern gewonnen. Nach dem vorläufigen Ergebnis erreichte die Partei von Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm 38,2 Prozent der Stimmen, die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kam auf 35,5 Prozent. Das teilte die Wahlleitung in der Nacht zum Montag mit. Die Linke zog mit 6,5 Prozent in den Landtag ein, die Grünen mit 5,7 Prozent. Die CDU scheiterte mit 4,9 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde, ebenso das BSW mit 4,8 Prozent. Die FDP erhielt 1,0 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 78,1 Prozent.

Schwesig verteidigt Direktmandat in Schwerin I

Im letzten ausstehenden Wahlkreis Schwerin I hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ihr Direktmandat deutlich verteidigt. Sie erhielt 54,4 Prozent der Erststimmen, ihr Herausforderer Leif-Erik Holm (AfD) kam auf 28,2 Prozent. Da Holm nicht auf der AfD-Landesliste stand, wird er dem neuen Landtag nicht angehören. Für diesen Fall hatte er angekündigt, sein Bundestagsmandat weiter wahrzunehmen.

AfD gewinnt viele Wahlkreise

Die AfD sicherte sich zahlreiche Direktmandate im Land. So gewann Spitzenkandidat Enrico Schult den Wahlkreis 13 (Mecklenburgische Seenplatte I) mit 54,1 Prozent. Inken Arndt holte im Wahlkreis 35 (Vorpommern-Greifswald IV) 51,6 Prozent, Nikolaus Kramer im Wahlkreis 36 (Vorpommern-Greifswald V) 51,2 Prozent. Auch in Ludwigslust-Parchim, Vorpommern-Rügen und der Mecklenburgischen Seenplatte gingen viele Wahlkreise an die AfD.

SPD stark in Rostock und Schwerin

In Rostock gingen alle vier Wahlkreise an die SPD. Ralf Mucha gewann im Wahlkreis 4 mit 38,5 Prozent, Julian Barlen im Wahlkreis 6 mit 42,2 Prozent. Auch in Schwerin II siegte die SPD: Mandy Pfeiffer erhielt 43,2 Prozent. Innenminister Christian Pegel holte das Direktmandat in Greifswald mit 39,4 Prozent, Umweltminister Till Backhaus in Ludwigslust-Parchim I mit 43,9 Prozent. Sozialministerin Stefanie Drese gewann ihren Wahlkreis 11 mit 41,2 Prozent.

Reaktionen und politische Einordnung

CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters sprach von einer „Katastrophe für die CDU“. Bundeskanzler Friedrich Merz nannte das Ergebnis „ein Desaster“. AfD-Chef Tino Chrupalla bezeichnete den Erfolg als „sensationelles Ergebnis“ und kündigte Gesprächsangebote an alle Parteien an. Ministerpräsidentin Schwesig zeigte sich „sehr irritiert“ über Äußerungen von Merz und forderte Vertragstreue bei der Rente. Politikwissenschaftler Jochen Müller von der Universität Greifswald sprach von einer „spektakulären Aufholjagd der SPD“ und einer gesellschaftlichen Spaltung. Laut Hochrechnungen wäre eine Koalition aus SPD, Linken und Grünen möglich.