Strandkorb-Debatte: Amthor bringt Deutschland zum Kochen
Strandkorb-Debatte: Amthor bringt Deutschland zum Kochen

Ein Strandkorb von der Insel Usedom, aufgestellt auf dem Balkon des Büros von Staatsminister Philipp Amthor im Kanzleramt, hat bundesweit für Aufsehen gesorgt. Der CDU-Politiker musste den Korb nach öffentlichem Druck wieder abtransportieren lassen. Unser Autor Andreas Becker sieht darin ein bezeichnendes Phänomen.

Selbst bezahlter Strandkorb von Usedom

Amthor hatte sich den Strandkorb von der Ostsee-Urlaubsinsel Usedom an seinem Arbeitsplatz aufstellen lassen – aus eigenen Mitteln finanziert. Nach eigenen Angaben verbringt er dort fast 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche. Der Korb sollte offenbar Heimatgefühle vermitteln und vielleicht auch ein wenig Werbung für sein Herkunftsland Mecklenburg-Vorpommern sein.

Die Aufregung um den Strandkorb zeigt nach Ansicht von Becker, dass selbst vergleichsweise nichtige Anlässe den kollektiven Reflex des CDU-Bashings auslösen. Dabei sei über Geschmack bekanntlich vortrefflich zu streiten. Während manche Politiker ihren Arbeitsplatz mit Bildern aufhübschen, habe Amthor sich eben einen Strandkorb auf die Terrasse stellen lassen.

Amthor als politische Reizfigur

Der Autor räumt ein, dass Amthor aufgrund seiner etwas aus der Zeit gefallen wirkenden Art und seiner besserwisserischen Oberlehrer-Attitüde anecken mag. Er verweist jedoch darauf, dass Amthor ein mit Prädikat abgeschlossenes Jura-Studium und unzweifelhaft Expertise in seinem Fach vorweisen kann.

Dass der 33-Jährige ein wenig stolz darauf ist, bereits im Bundeskanzleramt angekommen zu sein, und dies auch vor Dokumentarfilmern nicht verbirgt, sollte nach Ansicht von Becker eher als sympathisch, ehrlich und authentisch durchgehen – und nicht als Großmannssucht, für die es mehr bräuchte als einen Strandkorb auf der Terrasse.

Ein erstaunlicher Aspekt der Debatte

Die Strandkorb-Story habe aber noch einen erstaunlichen Aspekt: Eigentlich könne es Deutschland vielleicht doch nicht ganz so schlecht gehen – wenn sich stunden- und tagelang die Gemüter über einen Strandkorb erhitzen.