Umsteigen in Schwerin statt Holthusen: ODEG passt Fahrpläne an
Umstieg in Schwerin statt Holthusen: ODEG passt Fahrpläne an

Ab Samstag, dem 24. Oktober 2026, wird das Umsteigen zwischen den Linien RE1 und RE8 an den Wochenenden wieder am Schweriner Hauptbahnhof möglich sein. Die ODEG – Ostdeutsche Eisenbahn GmbH kündigte dies am Freitag in Abstimmung mit DB Regio und der VMV – Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH an. Damit soll die seit der Generalsanierung der Strecke Hamburg–Berlin bestehende „problematische Umsteigesituation“ am Bahnhof Holthusen behoben werden.

Hintergrund: Holthusen als Nadelöhr

Seit Mitte Juni 2026 erfolgte der Umstieg zwischen den Linien RE1 und RE8 wegen Umstellungen im bundesweiten Fahrplangefüge nicht mehr im Schweriner Hauptbahnhof, sondern am Haltepunkt Holthusen. Der kleine Provinzbahnhof erwies sich dafür als nicht ausgelegt: Oft drängten sich dort hunderte Reisende, die mit dem Deutschland-Ticket zwischen Hamburg und Berlin unterwegs waren. Es gab keinen Schutz vor Hitze und Kälte, keine richtige Toilette, keinen Kiosk oder Snack-Automaten. Verpasste Anschlusszüge oder Züge, die wegen Überfüllung durchfuhren, brachten viele Fahrgäste an ihre Grenzen.

Bereits ab dem 12. September 2026 wurde das Angebot der Linie RE1 zwischen Schwerin und Hamburg an den Wochenenden um drei weitere Züge je Richtung verdichtet. Nun folgt der zweite Schritt: Die Fahrpläne der Linien RE1 (Rostock–Hamburg) und RE8 (Wismar–Berlin) werden an den Wochenenden so angepasst, dass der Umstieg wieder am Schweriner Hauptbahnhof erfolgen kann.

Halte in Schwerin-Görries entfallen

Für die Region hat die Änderung jedoch Konsequenzen: An den Wochenenden entfallen die Halte der Linie RE8 in Schwerin-Görries und rund die Hälfte der Halte der Linie RE1 in Holthusen. Eine „hochwertige Bedienung“ der beiden Stationen bleibe aber erhalten, so die ODEG. In Schwerin-Görries halten die Züge der Linie RB13 (Rehna–Schwerin–Parchim) weiterhin stündlich. In Holthusen halten die Züge der Linie RE8 (Wismar–Berlin) weiterhin stündlich und die der Linie RE1 (Schwerin–Hamburg) zweistündlich. Geringfügige Änderungen bei den Abfahrts- und Ankunftszeiten zwischen Holthusen und Schwerin Hauptbahnhof seien möglich.

Das Eisenbahnunternehmen verspricht: „Sowohl Schwerin-Görries als auch Holthusen behalten damit auch an den Wochenenden ein Angebot im Schienenpersonennahverkehr, das hinsichtlich der Zahl der Halte in Schwerin-Görries vergleichbar beziehungsweise in Holthusen besser ist, als vor Beginn der – mittlerweile abgeschlossenen – Generalsanierung der Strecke Hamburg – Berlin.“ Montags bis freitags ergeben sich den Angaben zufolge keine Veränderungen, um Pendler und andere Kundenströme zu berücksichtigen.

Langfristig: Umstieg in Schwerin-Süd geplant

Carsten Werfel, Geschäftsführer der VMV – Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH, sagte: „Die vergangenen Monate haben deutlich gezeigt, dass der Bahnhof Holthusen den Anforderungen, die durch die hohe Zahl an Umsteigenden entstanden sind, nicht gerecht werden kann. Deshalb haben wir gemeinsam mit allen Beteiligten intensiv daran gearbeitet, eine tragfähige Lösung zu finden.“

Mittel- und langfristig soll der Umstieg zwischen RE1 und RE8 an der Station Schwerin-Süd erfolgen. Dafür wird die Schaffung einer niveaufreien Querung – Brücke oder Unterführung – als erforderlich angesehen, da umsteigende Fahrgäste derzeit die Gleise über einen beschrankten Bahnübergang überqueren müssen. Der Haltepunkt im Gewerbegebiet bietet bislang ebenfalls keine Toiletten, keinen Fahrkartenschalter, kein DB-Servicepunkt, keinen Aufzug und keinen Shop – aber immerhin ein kleines Wartehäuschen als Wetterschutz.