Rückgang nach Rekordjahr: Was bringt der Welterbe-Titel Schwerin?
Welterbe-Titel: Rückgang nach Rekordjahr in Schwerin

Die Landeshauptstadt Schwerin verzeichnete 2025 ein Rekordjahr beim Tourismus, doch die Zahlen für 2026 zeigen einen Rückgang. Der Welterbe-Titel der Unesco bleibt ein wichtiger Baustein, aber die Stadt dürfe sich nicht darauf ausruhen, mahnt der Dehoga-Regionalchef.

Rekordjahr 2025: Übernachtungen übertreffen Bundesgartenschau

Mit 443.245 Übernachtungen übertraf Schwerin laut Statistischem Landesamt erstmals den Spitzenwert der Bundesgartenschau 2009 (damals 442.910). Auch die Gästeankünfte stiegen auf 236.399 im gesamten Jahr, was einem Plus von zwei Prozent gegenüber 2024 entsprach.

Rückgang 2026: Weniger Gäste in den ersten Monaten

Doch in den ersten fünf Monaten dieses Jahres sind die Zahlen in Schwerin zurückgegangen: 2 Prozent weniger Ankünfte und 2,4 Prozent weniger Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr. Landesweit gab es dagegen einen Anstieg von 5,9 Prozent bei den Ankünften und 2,8 Prozent bei den Übernachtungen.

Die Leiterin der Fachgruppe Stadtmarketing bei der Stadt, Martina Müller, hatte den Rückgang im Frühjahr mit der eingeschränkten Zuganbindung durch die Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin begründet.

Welterbe-Titel: Ansporn und Mahnung

Für Schwerins Wirtschaftsdezernent Bernd Nottebaum (CDU) ist klar: „Die Ehrung durch die Unesco ist ein wichtiger Baustein für die touristische Entwicklung.“ Wichtig seien allerdings auch zusätzliche Übernachtungskapazitäten. „In der Hauptsaison fehlen Betten“, so Nottebaum. Er setzt darauf, dass etwa das neue B&B-Hotel am Slüterufer im kommenden Jahr fertig wird.

Der Vorsitzende des Dehoga-Regionalverbandes, Matthias Theiner, warnt: Schwerin dürfe sich nicht auf dem Titel ausruhen. Bei der Werbung mit dem Welterbe-Status gerade auch um internationale Gäste sieht er eindeutig noch Luft nach oben.

Welterbe-Zentrum: Outdoor-Schau als Zwischenlösung

Gästeführer berichten über ein unverändert steigendes Interesse an Rundgängen. „Der Informationsbedarf zum Welterbe ist groß“, bestätigte auch jüngst der Vorsitzende des Welterbe-Fördervereins, Joachim Brenncke. Umso dringlicher sei die Fertigstellung des künftigen Stadtgeschichtsmuseums mit dem Welterbe-Zentrum auf dem Schlachtermarkt.

Brenncke drängt darauf, mit den notwendigen archäologischen Untersuchungen des Baugrundes möglichst bald zu beginnen. Diese Ausgrabungen könnten dann mit Info-Tafeln zum Residenzensemble verbunden werden, schlägt er vor. Am Ort des künftigen Informationszentrums würde so schon eine kleine Outdoor-Schau entstehen.

2029/30 soll das Stadtgeschichtsmuseum stehen. An diesem Zeitplan halte die Stadt fest, sagt Dezernent Nottebaum. Der Welterbe-Titel sei dabei zugleich Ansporn und Bestätigung für die bisher geleistete Arbeit bei der Stadtentwicklung.