Zentralarchiv Schwerin: Denkmal-Termin am 7. Oktober
Zentralarchiv Schwerin: Denkmal-Termin am 7. Oktober

Ob im leer stehenden Teil des Speichers in der Röntgenstraße in Schwerin Platz für viele Kilometer Akten geschaffen werden kann, könnte sich am 7. Oktober entscheiden. Dann gebe es noch einmal ein Gespräch mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege, sagt Vize-Oberbürgermeister Bernd Nottebaum (CDU). Er zeigt sich zuversichtlich, dass ein Kompromiss zwischen den Anforderungen des Denkmalschutzes und den Notwendigkeiten eines Archivs gefunden wird.

Ein Gebäude mit wechselvoller Geschichte

Der derzeit ungenutzte Teil des Speichers hatte schon viele Verwendungen: Brauerei, Zigarettenfabrik, Frauengefängnis, Sektkellerei, Techniklager und Kino. Ende 2023 wurde die Idee für ein Zentralarchiv vorgestellt. Das „Gedächtnis der Stadt“ soll in das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert einziehen. Zehn Millionen Euro will die Stadt nach ersten Plänen investieren, um das Archivgut, das gegenwärtig auf mehrere Standorte verteilt ist, an einem Ort zusammenzufassen.

Fünf Kilometer Akten, Platz für acht

Insgesamt handelt es sich aktuell um fünf Kilometer Akten. Bei der Präsentation des Archiv-Vorhabens sprach der damalige Werkleiter des Zentralen Gebäudemanagements der Stadt, Kristian Meier-Hedrich, allerdings davon, nach der Sanierung möglichst auch acht Kilometer Akten im Speicher unterbringen zu können, um einen Puffer gegenüber dem jetzigen Bestand zu haben. Etwa 2200 Quadratmeter Fläche würden nach Angaben von Meier-Hedrich nach einem Umbau für Regale mit Akten zur Verfügung stehen.

Ob die Stadt das vierstöckige Gebäude im Inneren so anfassen kann, wie sie es vorhat, darum werde sich das Gespräch mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege drehen, erklärt Vize-OB Nottebaum. Dabei gehe es auch um die Frage der Wirtschaftlichkeit der Sanierungsmaßnahme, bei der die Stadt auf Fördermittel setze.

Erste Arbeiten sind bereits erfolgt

Das Gebäude wurde gesichert und beräumt, ein Fahrstuhlschacht an der Hoffassade zurückgebaut. Wenn es bei den ursprünglichen Plänen für die Speicher-Sanierung bleibt, könnte auch das alte Fachwerkhaus auf dem Grundstück zu neuen Ehren kommen. Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert soll restauriert werden und unter anderem als Lesesaal dienen.