Herrenseebrücke in Waren: Freigabe nach Monaten steht bevor
Herrenseebrücke Waren: Freigabe nach Monaten bevor

Nach mehrmonatiger Sperrung wird die wichtige Herrenseebrücke in Waren an der Müritz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) am Samstagvormittag wieder für den Verkehr freigegeben. Zunächst gilt laut Stadt eine Begrenzung für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen und einer maximalen Fahrzeughöhe von 3,30 Metern.

Unerwartete Sperrung und umfangreiche Prüfungen

Die Brücke war Ende vergangenen Jahres unerwartet gesperrt worden. Bei einer Brückenprüfung hatten Ingenieure Risse entdeckt. Es folgten weitere Untersuchungen. Sensoren wurden zur Überwachung des Bauwerks angebracht. Im August erfolgten Belastungstests. Dabei kamen selbstfahrende Fahrzeuge mit Gewichten zum Einsatz, während das Verhalten der Brücke mit Messtechnik überwacht wurde. Ein Gutachten kam laut Stadt zu dem Schluss, dass die Brücke grundsätzlich wieder freigegeben werden kann.

Für die Zeit der Sperrung floss der Verkehr über eine Umleitungsstrecke. Fußgänger und Radfahrer sollen die Brücke nach der Freigabe einseitig passieren können. Fahrzeugüberfahrten bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von neun Tonnen und einer maximalen Höhe von bis zu 3,30 Meter sind laut Stadt im Einzelfall mit einer Sondergenehmigung möglich.

Weiterhin Überwachung mit Sensoren

Die angebrachten Sensoren an der Brücke sollen weiterhin zur Überwachung des Bauwerks genutzt werden. Sofern diese keine Auffälligkeiten erkennen lässt, könnte die Nutzung der Brücke laut Stadt später bis auf ein Lastniveau von neun Tonnen hochgestuft werden.

Die Brücke wurde den Angaben zufolge in den Jahren 1974 bis 1976 gebaut und überspannt die Bundesstraße 192 und die Gleisanlage der Strecke Rostock-Berlin. In den Jahren 1997 bis 1999 fanden demnach Erhaltungsmaßnahmen statt. Die Brücke bindet den nördlichen Teil der Stadt an.

Möglicher Abbruch war schon Thema

Nach der Sperrung wurde über einen möglichen Abriss sowie einen Neubau diskutiert. Ein Brückenneubau oder auch eine aufwendige Sanierung sei über den laufenden Haushalt nicht abbildbar, hieß es Anfang des Jahres von der Stadt. Die Kosten würden sich demnach in zweistelliger Millionenhöhe bewegen. Im Fall der Fälle sei eine angemessene Förderung notwendig.

Anfang des Jahres hatte die Stadt nach eigenen Angaben mit der Landesstraßenbauverwaltung eine Zusammenarbeit hinsichtlich der Brücke vereinbart. Demnach sollte das zuständige Straßenbauamt Neustrelitz schon die Planung für einen eventuell erforderlichen Abbruch der Brücke einleiten. Die Planung erfolge rein vorsorglich, damit im Falle einer kurzfristigen Notwendigkeit sofort agiert werden könne, hieß es damals.

Nach den Untersuchungen und Belastungsversuchen erklärte die Stadt zuletzt, es sei das Ziel, „die Herrenseebrücke langfristig verkehrssicher zu erhalten und eine möglichst lange Restnutzungsdauer zu erwirken“.