Rund zwei Wochen hielt ein Großbrand im Müritz-Nationalpark die Einsatzkräfte in der Mecklenburgischen Seenplatte in Atem. Was auf gut 20 Hektar begann, entwickelte sich zu einem Brandgebiet von fast 400 Hektar. Dass die Einsatzkräfte jederzeit über die Ausdehnung des Feuers informiert waren, verdankten sie der Drohneneinheit des Landkreises.
Marko Holz ist einer der Drohnenflieger, die in den vergangenen Wochen im Einsatz waren. Eigentlich arbeitet er im Katasteramt des Landkreises, für die Aufgabe als Drohnenpilot wurde er freigestellt. Gegenüber dem Nordkurier berichtete er von seiner Arbeit.
Vor sechs oder sieben Jahren habe das Land Mecklenburg-Vorpommern gefordert, dass jeder Landkreis eine Drohneneinheit für den Katastrophenschutz aufbaut. Zum Einsatz kommt sie allerdings nur bei größeren Lagen – die Vorbereitung und Anfahrt dauert etwa eine Stunde. Holz hat eine Grundausbildung als Drohnenflieger absolviert. „Unsere Drohnen sind vier Kilo schwer und damit komplexer als die Geräte, die man im Elektrofachhandel kaufen kann", sagt er.
Einsätze von früh bis spät
Während der Brandwochen traf sich die Einheit täglich um 6 Uhr in der Feuerwehrtechnischen Zentrale des Landkreises. Von dort ging es mit der Ausrüstung direkt zum Käflingsbergturm südöstlich von Speck, um die Drohnen zu starten. „Es ging nicht nur darum, sich einen Überblick zu verschaffen, sondern auch, die Fläche einzumessen und abzuschätzen, wohin sich der Brand entwickelt", erläutert Holz.
Anschließend fuhren die Drohnenflieger mit dem Bildmaterial nach Dalmsdorf zur Einsatzzentrale. Weil die Lagebesprechung jeden Tag um 8 Uhr begann, musste der erste Flug bereits um 6.30 Uhr starten. Insgesamt viermal am Tag stieg die Drohne auf. „Ich war meist kurz vor Mitternacht zu Hause. Einmal war es auch schon nachts um 1 Uhr", erinnert sich Holz. Als es ruhiger wurde, endeten die Schichten bereits gegen 16 oder 17 Uhr.
Zwischenfall mit Tornado
Wegen der Munitionsbelastung im Waldgebiet mussten die Einsatzkräfte einen Abstand von 1000 Metern einhalten, auch für Flugzeuge galt diese Regel. Bei einer Explosion könnten die Splitter der im Boden vergrabenen Munition bis zu 1000 Meter weit fliegen, erklärt Holz. Für die Drohne jedoch gelten andere Regeln, da sie nur darüber hinwegfliegt. Auch der Rauch stellte kein Problem dar – die Drohne ist mit einer Wärmebildkamera ausgestattet.
Ein Zwischenfall sorgte dann doch für Aufsehen: Ein Tornado der Bundeswehr flog so tief über das Gebiet, dass er unter der Drohne hindurchflog, die meist in etwa 120 Meter Höhe unterwegs war. Als die Bundeswehr davon erfuhr, entschuldigte sie sich sofort, so Holz. Der Pilot habe vermutlich nichts vom Brand gewusst und sei ohnehin sofort abgedreht.
Es sei der einzige Vorfall geblieben. Während Bundeswehr-Hubschrauber zur Brandbekämpfung im Einsatz waren, musste die Drohne am Boden bleiben und konnte erst nach deren Abflug wieder aufsteigen.