Busfahrer auf Rügen behält Schülerticket ein: Polizei eingeschaltet
Busfahrer auf Rügen behält Schülerticket ein: Polizei eingeschaltet

Auf der Ostseeinsel Rügen soll ein Busfahrer den Fahrschein eines Jugendlichen einbehalten und die Jugendlichen verhöhnt haben. Die Polizei bestätigt den Vorfall, eine Anzeige wurde jedoch nicht gestellt. Die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR) sieht nach erster Prüfung kein Fehlverhalten des Fahrers.

Facebook-Beitrag sorgt für Aufregung

In den vergangenen Tagen schlug das Thema auf Facebook hohe Wellen. Zwei Jugendliche hätten bei Sassnitz versucht, in einen Bus der VVR einzusteigen. Weil das Schülerticket des einen Jugendlichen aus „technischen Gründen“ nicht lesbar gewesen sein soll, hätte der Fahrer das Ticket einbehalten und den Jugendlichen die Mitnahme verweigert.

Der eigentliche Aufreger war jedoch das Verhalten, das der Busfahrer den Jugendlichen gegenüber im Anschluss gezeigt haben soll. Mit dem Ticket in der Hand und winkend sei er an den beiden vorbeigefahren und hätte sie so verhöhnt.

Eltern schalten Polizei ein

Ein Verhalten, das laut Facebook-Beschwerde auch die Eltern der Jugendlichen nicht auf sich sitzen lassen wollten. So hätten diese, gemeinsam mit der Polizei, den Busfahrer konfrontiert und ihn sogar angezeigt.

Die Polizei weist dies jedoch zurück. Zwar könne eine Sprecherin bestätigen, dass es einen Vorfall dieser Art gegeben hatte, eine Anzeige sei jedoch nicht gestellt worden. Auch seien vor Ort keine weiteren Maßnahmen ergriffen worden.

VVR: Fahrer handelte nach Vorschrift

Wie genau sich die Geschichte tatsächlich abgespielt hat, ist schwierig nachzuvollziehen. Auf Nordkurier-Anfrage bestätigte die VVR, dass es eine Beschwerde gegen einen ihrer Busfahrer gegeben habe. Es habe sich jedoch nach erster Prüfung ein anderes Bild als auf Social Media geteilt, offenbart.

Laut VVR „wurde der Fahrausweis nämlich nicht als ‚technisch nicht auslesbar‛, sondern korrekterweise als gesperrt ausgewiesen und war damit ungültig“. Der Fahrer handelte daraufhin nach VVR-Richtlinien, indem er den Fahrschein einbehielt. Dies geschah laut VVR „um eine missbräuchliche Nutzung auszuschließen“.

VVR will Kontakt mit der Familie aufnehmen

„Der Fahrer hat gemäß den internen Handlungsanweisungen und unter Berücksichtigung der Beförderungsbedingungen und Tarifbestimmungen der VVR gehandelt. Er hat den ungültigen Schülerausweis eingezogen und dem Fahrgast alternativ den Kauf eines Fahrscheines angeboten. Erst als dieses Angebot nicht wahrgenommen wurde, erfolgte die Verweigerung der Mitnahme aufgrund eines fehlenden gültigen Fahrscheins“, erklärt die VVR weiter.

Ob im Nachgang dazu ein Fehlverhalten des Fahrers tatsächlich bestanden haben soll, möchte die VVR nun intern prüfen. „Eine öffentliche Bewertung unseres Mitarbeiters, bevor der Sachverhalt geprüft werden konnte, weisen wir ausdrücklich zurück“, ergänzt die VVR. Nach dieser Prüfung wolle man sich zeitnah mit der Familie in Verbindung setzen, um den Fall aufzuklären.