Gefälschte Rezepte: Polizei warnt vor Betrug mit teuren Medikamenten
Gefälschte Rezepte: Polizei warnt vor Betrug

Im Norden Brandenburgs und in Vorpommern häufen sich derzeit Betrugsfälle mit gefälschten Rezepten für hochpreisige Medikamente in Apotheken. Die Polizei hat aus aktuellem Anlass darauf hingewiesen. Kriminalpolizisten in Neuruppin, in der Uckermark und in der angrenzenden Region Uecker-Randow ermitteln gegen mehrere tatverdächtige Frauen.

Festnahmen in Neuruppin

Vor wenigen Tagen wurden zwei 34 und 37 Jahre alte Frauen in Neuruppin vorläufig festgenommen, weil sie in verschiedenen Apotheken versucht hatten, mit gefälschten Rezepten an verschreibungspflichtige Medikamente zu gelangen. In einigen Fällen sei ihnen das bereits gelungen. Die Polizei traf die mutmaßlichen Betrügerinnen noch im Umfeld einer Apotheke an, in der eine Angestellte die Masche rechtzeitig erkannt und die Beamten gerufen hatte.

Die Staatsanwaltschaft erwirkte einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnungen der beiden Frauen in der benachbarten Uckermark. Bei der Durchsuchung wurden weitere Beweismittel gefunden und beschlagnahmt, die den Tatverdacht erhärteten, sagte ein Polizeisprecher. Die beiden Frauen wurden danach nicht in Untersuchungshaft genommen, sondern konnten die Polizeizelle wieder verlassen.

Weitere Vorfälle in Vorpommern

Schon Anfang Oktober hatte die Polizeiinspektion in Anklam mehrere Vorfälle aus Apotheken in Penkun, Löcknitz und Pasewalk gemeldet. Die Polizei stoppte dort zwei Frauen im Alter von 29 und 36 Jahren in einem Auto auf der Bundesstraße 109 Richtung Uckermark. In dem Auto wurden verdächtige und mutmaßlich gefälschte Rezepte, Medikamente und Kaufbelege entdeckt.

Die Frauen sollen bereits am 6. Oktober in Penkun eine Apotheke aufgesucht und dort ein verschreibungspflichtiges Beruhigungsmittel erhalten haben, das unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Kurz danach legten sie ein ähnliches Rezept in Löcknitz vor. Dort fiel die Masche auf, als eine der Frauen ein zweites Mal zurückkam und ein weiteres Beruhigungsmittel haben wollte. Als das Personal die Polizei rief, ging die Tatverdächtige schnell weg und fuhr mit einem Auto davon. Kurz danach versuchten die Frauen die gleiche Masche in Pasewalk, wo der Betrug ebenfalls bemerkt wurde. Die Polizei konnte sie anhand von Fahrzeug- und Personenbeschreibungen stoppen.

Ermittlungen und frühere Fälle

Die 36-Jährige ist nach Angaben der Polizei bereits wegen ähnlicher Sachverhalte aufgefallen. Gegen beide Frauen wird wegen des Verdachts der Urkundenfälschung, des Abrechnungsbetrugs und eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt.

Im Juni waren bereits zwei weitere Tatverdächtige in Pampow bei Schwerin dabei ertappt worden, wie sie mit gefälschten Rezepten Krebsmedikamente im Wert von 3000 Euro ergaunern wollten.