Schmalspurbahn aus der Kaiserzeit: Wieder freigegeben – aber nur kurz
Schmalspurbahn aus der Kaiserzeit wieder freigegeben

Zwischen Schwichtenberg und Uhlenhorst ist eine historische Schmalspurbahn aus der Kaiserzeit wieder unterwegs – allerdings nur bis zum Jahresende. Die Mecklenburg-Pommersche Schmalspurbahn (MPSB) verbindet die beiden Orte auf einer nur 2,6 Kilometer langen Strecke mit einer Spurweite von 600 Millimetern. Die Fahrt dauert knapp 15 Minuten und ist mit 10 km/h eher gemächlich.

Ein Stück Eisenbahngeschichte wird wiederbelebt

Die MPSB nahm 1892 den Güterverkehr auf, zwei Jahre später folgten reguläre Personenzüge. Mit ihrer Spurweite von 600 Millimetern verband das Netz einst zahlreiche Orte zwischen Friedland, Anklam, Jarmen und Ferdinandshof. In den 1940er Jahren umfasste es rund 250 Kilometer – das umfangreichste deutsche Streckennetz dieser Spurweite. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden große Teile abgebaut.

In Schwichtenberg lebt die Bahn seit 1999 als Museumsbahn weiter. Ehrenamtliche halten dort Lokomotiven, Wagen und die wiederaufgebaute Strecke in Schuss. Der Vereinsvorsitzende Roland Milster übernimmt dabei leidenschaftlich die Rolle des Zugführers – in historischer, stilechter Uniform.

Herausforderungen und Unterstützung

Doch der Betrieb ist kein Selbstläufer: Für die Instandhaltung von Gleisen und Fahrzeugen fehlt es an Geld, und der Verein sorgt sich um Nachwuchs. Mitglieder engagieren sich aus ganz Deutschland, sogar aus München. Für die Ausfahrten kommt der Lokführer eigens aus Brandenburg. Der Eintrittspreis beträgt 3 Euro pro Erwachsenem.

Noch mehrere Gelegenheiten im Jahr 2026

Wer die kleine Bahn erleben möchte, hat 2026 noch mehrere Gelegenheiten: Am 31. Oktober stehen Halloween-Fahrten an, am 5. und 6. Dezember die Nikolausfahrten. Am 12. und 13. Dezember folgen die Weihnachtsfahrten. Ermöglicht wird das durch Menschen, die ihre Freizeit und viel Herzblut investieren, damit die schmalen Gleise in Schwichtenberg nicht wieder verstummen.