Gut einen Monat nach dem Gewaltvorfall gegen einen 14-Jährigen in Neubrandenburg hat die Polizei neue Details genannt. Die Kriminalpolizei habe „weitere wichtige Erkenntnisse erlangt und so einige weitere Teile zu einem Gesamtbild von der Tat selbst zusammenfügen können“, sagt Polizeisprecherin Claudia Berndt.
Videos im Internet aufgetaucht
Mitte September war bekannt geworden, dass der Jugendliche von einer etwa zehnköpfigen Gruppe über mehrere Stunden getreten, geschlagen und teilweise verbrannt wurde. Videos von der Tat sind laut Angaben der Polizei später in den sozialen Netzwerken aufgetaucht, der 14-Jährige sei nach der Tat schwer verletzt gewesen. Weitere Angaben zum Opfer macht die Polizei zum Schutz der Persönlichkeitsrechte nicht.
„Da die Tat aus mehreren Blickwinkeln gefilmt wurde und die Videos auch kurzzeitig öffentlich kursierten, konnten bereits kurz nachdem die Tat bekannt wurde mehrere Tatverdächtige identifiziert werden“, heißt es aus dem Polizeipräsidium. Nach der Erstmeldung der Polizei habe sich zudem eine Person selbst gestellt.
Zwölf Tatbeteiligte im Alter von 9 bis 15 Jahren
Die Polizei beziffert die Zahl der Tatbeteiligten nun auf zwölf Personen. Zunächst war kurz nach der Tat von „etwa zehn Jungen und Mädchen“ die Rede. Es handele sich um teils mehrfach polizeibekannte Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 9 und 15 Jahren. Die Mädchen und Jungen seien entweder aktiv, unter anderem durch Körperverletzungen, oder auch durch das „Fertigen von Bildmaterial“ an der Aktion beteiligt.
„Weitere Befragungen von Zeugen und Verdächtigen brachten ein klares Bild zur genauen Tathandlung, zu Tatverdächtigen und vor allem auch zur Tatbeteiligung der jeweiligen Verdächtigen“, betont Claudia Berndt. Auch im Zuge der Ermittlungen sichergestellte Smartphones hätten bei den Ermittlungen geholfen.
Haupttäter im strafmündigen Alter
Zu den Haupttätern macht die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Angaben, diese befänden sich aber im strafmündigen Alter, sind also 14 Jahre oder älter. Bei den zwölf Personen handele es sich um Deutsche, Albaner, Tunesier und Deutsch-Türken.
„Bei den bisher nicht strafmündigen Tatbeteiligten werden gemeinsam mit dem Jugendamt des Landkreises Konsequenzen des Handelns abgestimmt und durchgesetzt“, teilt die Polizeisprecherin abschließend mit.