Mit einer Lichtshow hat die Stadt Wolgast die Inbetriebnahme der Peenebrücke zur Insel Usedom vor 30 Jahren gefeiert. Am Samstagabend wurden Teile der 256 Meter langen Brücke bunt angestrahlt. Außerdem fuhren bunt beleuchtete Boote unter der geöffneten Klappbrücke hindurch.
Ein Bauwerk mit Geschichte
Die Brücke wurde 1996 in Betrieb genommen. Neben der Zecheriner Brücke weiter südlich bei Anklam bietet sie die zweite Straßenverbindung vom deutschen Festland auf die Insel Usedom. Über sie fahren auch Züge.
Die auch „Blaues Wunder“ genannte Brücke kostete seinerzeit 95 Millionen Mark (rund 50 Millionen Euro) und ersetzte einen Altbau aus dem Jahr 1934. Mit der Brücke wurde auch die Durchfahrt für Schiffe verbreitert. Der Neubau war zudem Vertragsbestandteil beim Verkauf der Wolgaster Peene-Werft an die Bremer Hegemann-Gruppe im Jahr 1993. Mittlerweile gehört die Werft zur Rüstungsschmiede Rheinmetall.
Sanierungsbedarf und Zukunftspläne
Seit Jahren bereitet die Brücke Schwierigkeiten und musste an verschiedenen Stellen schon saniert und repariert werden. Verkehrseinschränkungen und Staus waren wiederholt die Folge. Zudem belastet vor allem der umfangreiche Urlauberverkehr, der mitten durch Wolgast verläuft, die Stadt.
Inzwischen entsteht eine Ortsumgehung inklusive einer neuen Brücke. Es ist das derzeit größte Straßenbauprojekt Mecklenburg-Vorpommerns mit veranschlagten Kosten von mehr als 500 Millionen Euro. Die neue 1,4 Kilometer lange Zügelgurtbrücke entsteht südlich der bestehenden Querung und soll einmal die größte ihrer Art in Europa werden. Zuletzt war von einer Freigabe der Umgehung Ende 2029 die Rede.
Das „Blaue Wunder“ bleibt
Das „Blaue Wunder“ soll auch danach bestehen bleiben. Dann sollen nach Angaben des Landesstraßenbauamtes auch umfassendere technische Arbeiten an ihr möglich sein.