In der Feldberger Seenlandschaft hat ein Biber auf die sinkenden Wasserstände reagiert. Das Tier hat bei Carwitz einen sogenannten Burgdamm errichtet, der den Übergang vom Schmalen Luzin zur Bäk verschließt. Mit der Ansammlung aus Ästen und Schlamm will es verhindern, dass Wasser aus dem See durch den Bach abfließt.
Biber reagiert auf sinkende Pegel
Axel Griesau vom Naturpark Feldberger Seenlandschaft erklärte auf Nachfrage, dass der Biber seit Jahren am Ufer des Luzin lebt. Durch den sinkenden Pegel des Sees sei wohl der Eingang zu seiner Burg trocken gefallen. Das ermögliche Feinden den Zutritt in seine Behausung und erschwere ihm den Transport von Baumaterial. Durch künstliches Anstauen des Sees wolle der Biber den Wasserverlust ausgleichen.
In der Bäk in Carwitz fließt seit Monaten kein Wasser mehr. Einst war dort der Pegel 90 Zentimeter hoch. Die Bemühungen des Bibers sind bislang erfolglos geblieben, so Griesau. „So schnell geht das nicht.“ Frühestens im Winter, wenn Haussee und Breiter Luzin wieder mehr Wasser führen, könne auch im Schmalen Luzin etwas ankommen und der Burgdamm zusätzliche Effekte entfalten. „Das ist ein langer Weg.“
Keine Wirkung auf Wasserstand
Aktuell verfüge der Luzin wie auch der Carwitzer See und weitere Gewässer nach wie vor über viel zu wenig Wasser. Über die Bäk könne seit geraumer Zeit so oder so nichts abfließen. Der Wall aus Holz und Erde, den der Biber am Bach-Zulauf errichtete, habe also erstmal keinen Einfluss auf den Wasserstand – weder im Schmalen Luzin oder im Carwitzer See noch im Bach.
Die Fähigkeit, Landschaften nach eigenen Wünschen zu gestalten, liege dem Biber in den Genen. Dass er nun mitten auf einer immer noch relativ beliebten Wasserwanderstrecke baute, sei in dem Fall nicht als Problem anzusehen. Denn Kanu- und Bootsfahrten seien dort seit dem Sommer ohnehin nahezu nicht mehr möglich. Von Versuchen mancher Urlauber, den ausgetrockneten Kanal zu Fuß zu durchwandern und die Boote ein paar hundert Meter hinter sich herzuschleifen, sei ausdrücklich abzuraten.
Lebensgefahr in Schlammbereichen
„Dort haben sich dicke Schlamm-Mudden abgelagert“, Seesedimente oder Seeschlamm aus Kalk, Laub und anderen organischen Substanzen. In solchen Bereichen bestehe Lebensgefahr. Wer dort versinke, könne sich kaum bis gar nicht befreien. Mindestens einer Urlauberin ist das schon passiert. Sie konnte aber gerettet werden. Warnschilder weisen seitdem auf die für Laien nicht erkennbaren Gefahrenzonen hin.
Ob sich der Wasserhaushalt der Feldberger Seen jemals wieder erholt? „Wir wissen es nicht. Da müssten wir in eine Glaskugel gucken“, sagt der Naturschützer und weist darauf hin, dass das Einreißen von Biber-Bauten nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng verboten ist, auch an Wasserwanderstrecken. Es sei schon zu illegalen Attacken auf den Damm in der Bäk gekommen.