Ein Vater ist mit seinen beiden Kindern an einem Strand am Tollensesee. Eine Frau beobachtet sie durch ihre Sonnenbrille unentwegt. Das Unbehagen wächst, als seine Tochter nach dem Baden nicht anziehen will. Die Frau dreht den Kopf, um weiter zu schauen. Der Vater ist genervt, sagt aber nichts.
Unangenehme Situation am Ufer
Das Ehepaar sitzt am Ufer. Die Frau starrt in ihre Richtung. Anfangs denkt der Vater, sie findet die Kinder drollig. Doch das stetige Starren wird unangenehm. Als seine Tochter quengelt, beobachtet die Frau weiter über ihre Schulter. Der Vater überlegt, sie zu fragen, ob sie sich gut unterhalten fühlt, lässt es aber.
Väter heute: Blicke der Boomer-Generation
Solche Blicke fallen ihm nicht zum ersten Mal auf. Auch in einem Ostseeurlaub auf Rügen gab es strafende Blicke, als die Kinder klein waren. Er vermutet, dass es die Generation seiner Mutter ist, die besonders gern schaut. Vielleicht vergleichen sie, wie heute erzogen wird, oder wundern sich, dass Väter sich mehr beteiligen.
Ländliche Neugier oder stilles Urteilen?
In kleineren Städten und ländlichen Regionen wird mehr beobachtet als in der Großstadt. Der Vater akzeptiert das als Gewohnheit und Neugier. Vielleicht steckt auch Nostalgie oder Anerkennung dahinter. Er fragt sich, warum aus einem flüchtigen Blick ein minutenlanges Beobachten wird, und appelliert: Sprecht doch wieder mehr miteinander.