Junge Forstleute aus ganz Deutschland haben in dieser Woche den Warener Stadtwald besucht. Während ihrer Reisezeitphase schauen sich die Trainees des Bundesforstes verschiedene Forstbetriebe und Bewirtschaftungsformen an. Die Gruppe startete in Berchtesgaden und reiste anschließend in den Norden.
Vielfalt als Anziehungspunkt
Der Warener Stadtwald umfasst rund 2700 Hektar, davon liegen etwa 800 Hektar im Müritz-Nationalpark und bleiben unbewirtschaftet. Hinzu kommen Erholungswald, wirtschaftlich genutzte Flächen, Naturschutz und die Nähe zur touristisch geprägten Stadt. Genau diese Mischung machte den Wald für die angehenden Fachkräfte interessant.
Max Blumenraht hatte Waren mit ausgesucht. Ihn reizte besonders die Vielfalt: Kommunalwald, Nationalpark, Tourismus und Erholung treffen hier unmittelbar aufeinander. Auch Julia Geitner aus Sachsen-Anhalt sieht darin etwas, das sich auf die spätere Arbeit beim Bundesforst übertragen lässt – die Frage, wie Besucher gelenkt und „die Interessen vieler Leute unter einen Hut“ gebracht werden können.
Kommunalforst mit vielen Aufgaben
Stadtförster Arne Strasen verdeutlichte, wie viele unterschiedliche Ansprüche ein Kommunalwald erfüllen muss. „Kommunalforst ist ein wenig anders. Wir machen alles und müssen uns entsprechend mit allem auseinandersetzen“, sagte er. Bereits Mitte der 1990er-Jahre sei für den Warener Stadtwald ein Bewirtschaftungskonzept entwickelt worden, das einzelne Gebiete nach Erholungs-, Schutz- oder Nutzfunktion unterschiedlich gewichtet.
Ein aktuelles Thema ist der Wasserrückhalt. Gemeinsam mit einem Planungsbüro untersucht die Stadt, wie Wasser länger im Wald gehalten werden kann. In der Vergangenheit entstanden zudem rund 100 Hektar Erstaufforstungsflächen.
Bestattungswald erneut auf der Agenda
Möglicherweise bekommt der Stadtwald künftig eine weitere Funktion. Die Idee eines Bestattungswaldes wird nach mehreren früheren Anläufen erneut verfolgt. Diesmal gebe es ernsthafte Bestrebungen, das Vorhaben tatsächlich umzusetzen, informierte der Stadtförster. Wo und wann eine solche Fläche entstehen könnte, ließ er offen.
Für die Besucher sollte der Tag keine Einbahnstraße sein. Strasen forderte die jungen Fachleute auf, sich einzumischen, wenn ihnen im Warener Wald etwas ungewöhnlich vorkomme. Die Exkursion sei „immer ein Geben und Nehmen“. Gerade als Kommunalförster bestehe sonst die Gefahr, irgendwann „im eigenen Saft zu schmoren“. Deshalb verspreche er sich von dem Besuch mindestens ebenso viel wie die Gäste.