Draisinen-Gleis gekappt: Stadt Dargun sichert sich alten Bahndamm
Draisinen-Gleis gekappt: Dargun sichert Bahndamm

Mit der Naturpark-Draisine auf der Strecke zwischen Dargun und dem Malchiner Ortsteil Salem ist es endgültig vorbei. Am Darguner Klosterdamm sind im Zuge einer Fahrbahnsanierung auf der L 20 die Gleise so weit verfüllt worden, dass hier kein Schienenfahrzeug mehr passieren kann. Mit der Straßenbauverwaltung sei abgestimmt, dass die Gleise ganz aus der Fahrbahn entfernt werden sollen, teilte Bürgermeisterin Jana Böttcher mit. Falls nicht jetzt im Zuge der Straßensanierung, dann im Laufe des nächsten Jahres.

Das Aus für die Draisine

Wer dann noch einmal einen Ausflug mit der Draisine von Dargun aus unternehmen will, für den ist knapp 100 Meter hinter dem Darguner Bahnhof schon wieder Schluss – weil schlichtweg das Gleis fehlt.

Dennoch hat sich die Stadt Dargun jetzt die ehemalige Bahntrasse bis zum Waldausgang Richtung Schorrentin gesichert, wie Bürgermeisterin Böttcher berichtet. Bisher gehörten der Stadt nicht alle Schienen auf diesem Abschnitt, sondern nur eine Gleishälfte. Durch einen Flächentausch sei die Bahntrasse bis zur Waldkante jetzt „uneingeschränktes Eigentum“ der Stadt.

Stadt sichert sich die Trasse

„Ziel dieser Liegenschaftspolitik ist es, die vollständige kommunale Planungshoheit und das alleinige Verfügungsrecht auf städtischen Kernflächen dauerhaft zu sichern“, antwortete Bürgermeisterin Böttcher auf Anfrage des Nordkurier. Wie ein Plan 30 Jahre nach der Einstellung des Zugbetriebs auf der Bahnstrecke aussehen könnte, dazu hat man im Rathaus offenbar noch keine konkrete Idee.

Mittlerweile sei auch der Lokschuppen am Bahnhof im städtischen Besitz. Die Rathaus-Chefin hat sich an die Einwohner gewandt und um Ideen gebeten, was aus dem Lokschuppen werden könnte. Offenbar stehen dort noch einige Draisinen, die möglicherweise noch repariert und für Freizeit- und Hobbyangebote reaktiviert werden könnten. Auch hier seien Ideen gefragt.

Bürger sollen Ideen liefern

Derzeit befinde sich noch in Prüfung, was man mit den noch vorhandenen Draisinen anstellen kann, wenn das Gleis am Klosterdamm unterbrochen ist. Nach Angaben der Bürgermeisterin hat der bisherige Betreiber der Draisinenstrecke bereits im November 2022 entschieden, den Betrieb nicht mehr weiterzuführen.

Dabei hatte die „Grüne Band Mecklenburgische Schweiz gGmbH“ als Betreiber der Strecke noch im Sommer 2024 angekündigt, dass die mit Muskelkraft betriebenen Schienenfahrzeuge wieder zurück aufs Gleis sollten. Studenten der Hochschule Neubrandenburg würden die Strecke analysieren, um auf die Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt an dem Bahndamm hinzuweisen. Zumindest die Pflanzenwelt hatte zum damaligen Zeitpunkt längst Besitz ergriffen von dem Gleisbett, so dass hier ohnehin kein Schienenfahrzeug mehr durchgekommen wäre.

Der „Grüne-Band“-Chef räumte zudem ein, dass die Draisinen auch schon recht alt wären – und einige auch kaum noch einsatzfähig. An dem Zustand wird sich wohl kaum etwas verbessert haben.