Ehepaar Ertelt verkauft Floß: Abschied nach 20 Jahren aus Protest gegen Bürokratie
Ehepaar Ertelt verkauft Floß: Abschied nach 20 Jahren

Nach 20 Jahren und mehr als 60.000 Fahrgästen ist Schluss: Bärbel und Detlef Ertelt verkaufen ihr selbst gebautes Randowfloß. Das Ehepaar aus Eggesin beendet den Floßbetrieb aus Protest gegen die Bürokratie.

Bürokratische Hürden als Auslöser

Noch im Frühjahr feierten die Ertelts den 20. Geburtstag ihres selbst entworfenen und selbst gebauten Randowfloßes, das über all die Jahre an der Randow-Brücke lag. Nun ziehen sie einen Schlussstrich. „Wir geben aus bürokratischen Gründen auf“, sagt der 66-Jährige kurz vor seiner allerletzten Floßfahrt auf Randow und Uecker.

Eigentlich wollten die Ertelts im Rentenalter kürzertreten. An die Einstellung des Floßbetriebs hatten sie vor wenigen Monaten aber noch nicht gedacht. Letztendlich ging es um die Fahrtauglichkeits-Bescheinigung, die sie beantragt und für die sie sich um nötige Gutachten gekümmert hatten. Die bürokratischen Hürden hätten jedoch gesiegt. „Wer weiß, was noch alles kommt? Das wollen wir einfach nicht mehr mitmachen“, betont der Unternehmer.

Tradition der Kahnschifffahrt endet

Mit ihrer Entscheidung beenden die Ertelts auch die Tradition der Kahnschifffahrt in Eggesin. Mehr als 60.000 Fahrgäste haben sie in den vergangenen 20 Jahren mit ihrem Floß über Uecker und Randow geschippert und ihnen die Schönheit der Natur vom Wasser aus gezeigt. „Wir haben nichts bereut und sind froh, dass wir es damals gewagt und das Floß gebaut haben“, sagt Detlef Ertelt. Das Paar erzählt, dass es die vergangenen 20 Jahre gut davon leben konnte. Zahlreiche Reisebusse hätten so in die Region gefunden.

Sich ganz zur Ruhe setzen wollen die beiden Liepgartener allerdings nicht. „Wir wollen in der nächsten Saison den Imbiss etwas mehr betreiben und vielleicht sogar Grillabende für jedermann ins Leben rufen“, verrät der Unternehmer. Den Campingplatz und den Bootsverleih soll es natürlich auch weiterhin geben.

Floß soll verkauft werden

Die Ertelts danken allen Wegbegleitern und Fahrgästen und hoffen, dass ihr Randowfloß ihnen noch einen großen Wunsch erfüllt. „Wir wollen das Floß verkaufen und uns dann vom Verkaufserlös selbst übers Wasser schippern lassen“, sagt Detlef Ertelt und schmunzelt. Ihr Traum sei das Nordkap. „Einfach nur auf dem Schiff sitzen, gucken und entspannen“, sagen sie. Wer weiß, vielleicht fährt das Randowfloß irgendwann im Lausitzer Seenland oder mit Saunafass an Bord die Berliner Spree entlang und überwindet alle bürokratischen Hürden.