Fotos lösen Rätsel um US-Bomber in der Müritz
Fotos lösen Rätsel um US-Bomber in der Müritz

Das Luftfahrttechnische Museum Rechlin besitzt seit langem Fotos von der Bergung eines amerikanischen Bombers aus der Müritz. Doch erst neue Recherchen brachten die Geschichte dahinter ans Licht. Es handelt sich um die B-24H Liberator mit der Kennung 42-52497 und dem Namen „Osage Express“.

Notwasserung nach Flaktreffer

Am 21. Juni 1944 war die Maschine an einem Tageslichtangriff auf die Mercedes-Flugzeugmotorenwerke in Genshagen bei Ludwigsfelde beteiligt. Auf dem Rückflug wurde sie von deutscher Flak getroffen und schwer beschädigt. Laut Torsten Heinrichs vom Museum fielen zunächst zwei der vier Motoren aus. Als später ein weiterer Motor versagte, blieb der Besatzung nur die Notwasserung auf der Müritz bei Klink.

Die neun Männer überlebten zunächst. Angehörige der damaligen Signalmarineschule in Waren retteten sie aus dem Wasser. Nach ihrer Rettung gerieten die amerikanischen Flieger in SS-Gefangenschaft und wurden schließlich ermordet. Torsten Heinrichs verweist auf einen telefonisch übermittelten Befehl Heinrich Himmlers, der gegen das Kriegsvölkerrecht verstieß. „Sie wurden gerettet und dann umgebracht“, fasst der Vorsitzende des Fördervereins zusammen. Die Ereignisse und Verantwortlichen wurden nach Kriegsende Gegenstand der Nürnberger Prozesse.

Neue Recherchen und Vortrag

Die detaillierte Rekonstruktion ist auch Thomas Züller aus Falkensee zu verdanken. Er kam 2024 nach einem Vortrag im Museum auf Torsten Heinrichs zu, weil er sich mit einem ähnlichen Fall beschäftigte. Seine Kontakte in die USA halfen, das Ereignis aufzuklären. Gemeinsam trugen sie weitere Dokumente und Informationen über die Maschine und ihre Besatzung zusammen.

Am Samstag, dem 26. September, stellt Thomas Züller die Ergebnisse in einem Vortrag im Luftfahrttechnischen Museum Rechlin vor. Dabei soll es auch um die bislang wenig bekannten Schicksale und Originaldokumente gehen. Beginn ist um 18.30 Uhr, Einlass ab 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Nach dem Vortrag sollen die zusammengetragenen Unterlagen dem Museum übergeben werden und künftig für die weitere Aufarbeitung der Geschichte zur Verfügung stehen.