Freest: Eines der letzten Fischerdörfer Vorpommerns als Urlaubs-Geheimtipp
Freest: Letztes Fischerdorf als Urlaubs-Geheimtipp

Das Fischerdorf Freest in der Gemeinde Kröslin gilt als eines der letzten echten Fischerdörfer in Vorpommern. Es liegt vor den Toren der Insel Usedom und bietet sowohl im Sommer als auch im Winter einen ruhigen Rückzugsort abseits des Massentourismus.

Fischerei und Kutterfahrten im Greifswalder Bodden

In Freest fahren die Fischer morgens mit ihren Kuttern auf den Greifswalder Bodden. Mittags verkaufen sie den Fang in der ältesten Räucherei Vorpommerns geräuchert am Hafen oder laden ihn in der Fischereigenossenschaft zur Weiterverarbeitung ab. Jeder fünfte Fisch aus Mecklenburg-Vorpommern, vorwiegend Hering, Flunder und Dorsch, stammt aus Freest.

Die Kutter werden auch für Ausfahrten genutzt, etwa zu Sandbänken mit Robben-Kolonien im Bodden. Bei gutem Wetter sind von Freest aus die Insel Usedom mit Peenemünde, die Insel Ruden und mit etwas Glück die Insel Rügen zu sehen.

Freester Strand und Heimatmuseum

Der Freester Strand wurde in den vergangenen Jahren ausgebaut und mit Volleyballplätzen sowie einem Steg ausgestattet. Durch Dünen vom Hafen abgegrenzt und von hohem Schilf umgeben, zählt er zu den schönsten in ganz Vorpommern. Das 1179 erstmals urkundlich erwähnte Dorf gehört zur Gemeinde Kröslin, deren große Teile unter Naturschutz stehen.

Das Heimatmuseum in Freest geht auf den Lehrer und Schuldirektor Erich Mundstock zurück. Er sammelte Gegenstände des täglichen Lebens und gründete 1962 in der Freester Schule die Heimatstube. Nach seinem Tod 1987 wurde die ursprüngliche Heimatstube geschlossen. Nach der politischen Wende wurde das ehemalige Zollhaus, das jahrzehntelang als NVA-Stützpunkt genutzt wurde, an die Gemeinde Kröslin übergeben. 1992 wurde dort die Freester Heimatstube wiedereröffnet.

Fischerfest mit zehntausenden Besuchern

Im Museum können Gäste eine Zeitreise in ein altertümliches Wohnzimmer, eine Küche, ein Schlafzimmer und ein Schulzimmer machen. Ausgestellt sind auch traditionelle Freester Fischerteppiche, die von Einwohnern der Gemeinde angefertigt wurden.

Dreimal im Jahr zeigt Freest, dass es auch feiern kann: Anfang Mai und Ende September finden Fischmärkte statt, im August das jährliche Fischerfest mit zehntausenden Besuchern. Damit bietet Freest sowohl Ruhe und Idylle als auch den Trubel eines großen Festes.