An der Teterower Musikschule, einer Außenstelle der Kreismusikschule des Landkreises Rostock, unterrichtet Javad Alizadeh Foroutan seit etwa zwei Jahren Geige. Seine Schüler müssen in den ersten drei Jahren keine Noten lernen. Der 39-Jährige setzt auf die Suzuki-Methode, bei der das Geigenspiel zunächst über das Gehör erlernt wird.
Methode funktioniert wie das Erlernen der Sprache
„Der Begründer, Shinichi Suzuki, hatte sich eine Methode überlegt, mit der Musik ähnlich wie die Sprache erlernt werden soll“, erklärt Foroutan, der aus dem Iran stammt. Kleine Kinder würden ihre Sprache zunächst auch nur sprechen und nicht die Buchstaben kennen, konkretisiert er.
Im Geigenunterricht läuft es ähnlich ab: Zunächst wird zusammen gesungen und die Geigenhaltung geübt. Dann werden die jeweiligen Stücke angehört und ein Gefühl für die unterschiedlichen Melodien entwickelt, um schließlich die Kompositionen nachzuspielen. Jede Stunde werden die Lieder aus dem entsprechenden Lehrbuch durchgegangen, erzählt Foroutan, der mit 15 Jahren das Geigenspiel erlernte. Den Kindern mache das riesigen Spaß.
Noten kommen erst nach einigen Jahren hinzu
Die Noten bringt er seinen Schülern nach drei bis vier Jahren bei. „Einige Kinder lernen die Noten auch zu Hause“, erzählt Foroutan, der im Iran schon zehn Jahre als Geigenlehrer für Kinder sowie Erwachsene tätig war. Von einer Professorin im Iran habe er die Suzuki-Methode übernommen.
Dort hatte er zudem ein Studium der Musikkomposition an der Universität der Künste in Teheran abgeschlossen. Wegen der politischen Situation in seinem Land lebt er seit 2023 in Deutschland. Von 2023 bis 2026 studierte er an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock Musikwissenschaften und erhielt seinen Master of Art.
Auftritte mit Musikfreunden in Cafés
Der Geigenlehrer ist auch außerhalb des Unterrichts musikalisch aktiv. So spielt er mit einem Klavierfreund sowie Kollegen von der Kreismusikschule in Cafés oder tritt mit ihnen bei Formaten wie „Dein Musikwohnzimmer“ auf. Bei den Auftritten spielt er mit seinen Freunden auch iranische Musik, die ihn seit seiner frühesten Kindheit begeistert. „Sie ist die Seele unserer Kultur“, beschreibt er.
In Teterow ist er bislang nur als Geigenlehrer anzutreffen. Statt einmal ist er nun zweimal in der Woche in der Musikschule: immer dienstags und freitags jeweils von 13 bis 18 Uhr. An den anderen Tagen unterrichtet er in den Einrichtungen der Kreismusikschule in Güstrow und Bad Doberan.