In der Alt Telliner Storchenbar gibt es ein Wiedersehen mit Gerd E. Schäfer – zumindest im übertragenen Sinn und in gewisser Weise auch optisch. Das kleine Lokal am Tollensetal setzt an diesem Freitag, dem 25. September, eine beliebte Veranstaltungsreihe fort.
Ein Anlaufpunkt für viele Prominente
In der jüngeren Vergangenheit fanden dort immer wieder Konzerte und Lesungen mit Menschen statt, die insbesondere im Osten Deutschlands so etwas wie Kultstatus genießen. Das umfasst aktuelle Akteure aus Funk und Fernsehen ebenso wie bekannte Gesichter aus der DDR-Zeit, die ihre Karrieren oder gleich das ganze Leben inzwischen auch in Buchform gebracht haben und mitunter nach wie vor im Bühnengeschäft sind.
So musizierten und klönten dort zum Sommerfest der Gemeinde 2023 beispielsweise der Rockmusiker „Hans die Geige“ und zwei ehemalige Puhdys-Mitglieder. Im folgenden Herbst drehte mit der Eiskunstläuferin Christine Stüber-Errath sogar eine Weltmeisterin und Medaillengewinnerin Olympischer Spiele ihre autobiografischen Runden im rustikalen Saal der Dorfgaststätte.
Von Schauspielern bis zum bekannten Wetterfrosch
Auch die Schauspielerin Franziska Troegner, ihre Kollegen Walter Plathe und Peter Bause machten in dem kleinen Ort am Tollensetal schon ihre Aufwartung. Vor Ort waren überdies der NDR-„Wetterfrosch“ Stefan Kreibohm und die in Jarmen geborene Darstellerin und Komikerin Petra Nadolny.
Und als im Vorjahr Urte Blankenstein, vielen als „Frau Puppendoktor Pille“ bekannt, mit der sie die gleichnamige TV-Sendung im DDR-Fernsehen moderierte, ihr Rendezvous mit dem Publikum in der Storchenbar krankheitsbedingt absagen musste, sprang kurzfristig Christian Steyer ein – jener Schauspieler, Musiker und Komponist, dessen sonore Stimme seit 2003 sehr präsent im Hintergrund der wöchentlichen Doku-Soap „Elefant, Tiger & Co.“ des MDR zu hören ist.
Der Sohn agiert selbst als Kabarettist und Moderator
Nun kommt Alexander G. Schäfer in den rustikalen Dorfsaal. Der Berliner agiert zwar selbst schon lange als Kabarettist, Schauspieler, Regisseur und Moderator, dürfte dabei aber bisher deutlich weniger Popularität erlangt haben als einst sein Vater Gerd E. Schäfer.
Jener zählte zu den ganz großen Theater-, Film- und Fernsehschauspielern der DDR, machte sich zudem einen Namen als Unterhaltungskünstler. Unvergessen sind unter anderem seine Darstellungen des Hofgelehrten Weisenstein im DEFA-Kultmärchenfilm „Die Goldene Gans“, die des rüstigen Rentners Maxe Baumann in der ebenso betitelten beliebten Schwank-Reihe sowie als Moderator an der Seite von Uta Schorn im Sonntags-Familienklassiker „Der Wunschbriefkasten“.
Schäfer, dessen vollständige Vornamensreihe Gerhard Kurt Egilhard lautet, kam 1923 in Berlin-Neukölln auf die Welt und wuchs dort als Sohn zweier Rechtsanwälte auf. Sein jüdischer Vater wurde im KZ Auschwitz ermordet. Gerd E. Schäfer setzte seine Karriere auch nach der Wende fort, erlag aber 2001 einem Krebsleiden.
Mal heiter, mal besinnlich, aber in jedem Fall authentisch
Sein 1965 geborener Sohn Alexander G. Schäfer brachte 2012 im Eulenspiegel Verlag eine Biografie mit dem Titel „Vorhang auf: Gerd E. Schäfer!“ heraus. Und anlässlich des 100. Geburtstages seines Vaters legte der Mann mit „Maxe Baumann, Wunschbriefkasten, Die goldene Gans …: 50 Anekdoten zum 100. Geburtstag von Gerd E. Schäfer“ nach – diesmal im Verlag Bild und Heimat.
In herzerfrischenden Erzählungen erinnert dieser Band noch einmal an den prominenten Vater, den Privatmann und Theaterschaffenden sowie den Film- und Fernsehschauspieler – mal heiter und mal besinnlich, aber in jedem Fall authentisch. Der Verfasser persönlich wird am 25. September in der Storchenbar ein paar dieser Geschichten und manches andere zu Gehör bringen.
Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr, der Einlass eine Stunde vorher. Eintrittskarten gibt es für 13 Euro. Der Verkauf erfolgt an der Abendkasse, Vorbestellungen sind unter der Telefonnummer 0174/1437903 möglich.