Rund 40 Leser aus der Region Hagenow haben einen Tag mit der Schweriner Volkszeitung verbracht und die Druckerei in Neubrandenburg besichtigt. Die Gruppe startete früh am Morgen am Hagenower Busbahnhof und kehrte erst am frühen Abend zurück. Die Führung durch die Produktionsstätte stieß auf großes Interesse und beantwortete viele Fragen.
Einblicke in die Zeitungsproduktion
Produktionsleiter Thomas Buthmann nahm sich viel Zeit, um die Abläufe zu erklären und die zahlreichen Fragen der Besucher zu beantworten. „Für den Druck aller unserer Zeitungen aus dem Gebiet der Schweriner Volkszeitung und des Nordkuriers brauchen wir täglich rund sieben Tonnen Papier“, erläuterte er auf eine Frage hin. Das Papier sei einer der wichtigsten Kostenfaktoren. Während man früher langjährige Festverträge mit den Händlern abschließen konnte, werde der Papierpreis seit der Corona-Krise immer wieder neu verhandelt.
Aktuell koste allein das Papier für die Tagesproduktion der gedruckten Zeitungen täglich knapp 5000 Euro. Die Papierrollen wiegen pro Stück rund 1,3 Tonnen. „Wir müssen bei unserem Papier auch auf die Qualität achten, denn wenn eine der mehr als eine Tonne schweren Papierrollen mitten in der Produktion reißt, verlieren wir rund 20 Minuten, um eine neue einzufädeln“, machte Buthmann deutlich. Daher sei die Reißfestigkeit ein ähnlich wichtiger Faktor wie die korrekte Wickelung der Rollen.
Herausforderungen in der Produktion
„Wenn die schief gewickelt sind, rollen sie sich nicht gleichmäßig ab, sondern schlagen innerhalb der Druckmaschine aus, und das ist bei diesem Gewicht ein echtes Problem“, so der Produktionsleiter. Die Besucher zeigten sich beeindruckt von diesen Informationen, zumal bei einer Verzögerung im Druckablauf auch die Spediteure, die Zusteller und letztendlich die Abonnenten betroffen sind.
Persönliche Eindrücke der Leser
Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit für persönliche Rückmeldungen zu den Inhalten des Hagenower Kreisblatts. „Es war wirklich sehr interessant, da kann ich mir viele Abläufe jetzt viel besser vorstellen“, sagte Annegret Elsner. Sie könne ihre Zeitung jetzt noch mehr wertschätzen. Christel Schulze aus Hagenow fand die Umstellung der Zeitungszustellung noch gewöhnungsbedürftig. „Ich habe meine Zeitung jetzt auch schon mal nicht bekommen, aber es ist ja auch klar, dass sich alles erst einspielen muss“, sagte sie. Sie ist der Schweriner Volkszeitung schon lange treu und hat einige Veränderungen miterlebt.
„Letztendlich ist es mir wichtig, zu erfahren, was in meiner Stadt los ist, auch und vor allem politisch, daher würde ich mir in dieser Hinsicht durchaus noch mehr Berichte wünschen“, fügte sie hinzu. Ingo Brandt erzählte: „Wir lesen die Zeitung im Prinzip seit 1953, damals noch über meine Mutter.“ Seitdem habe sich vieles geändert, und nicht alle neuen Inhalte konnten die Leser überzeugen. Dennoch ist für die meisten die Zeitung am Kaffeetisch nicht wegzudenken. „Mir gefällt der Heimatkurier wirklich gut, den es seit dem Wechsel der SVZ zur Nordkurier-Gruppe gibt“, machte Annegret Elsner deutlich. Auch die tägliche Kolumne im Lokalteil gefällt ihr sehr gut.
Christel Schulze zog am Ende ein positives Fazit: „Das war ein wirklich interessanter Tag, und obwohl wir im Laufe der Jahre immer mal wieder überlegt haben, die Zeitung abzubestellen, fühle ich mich wieder in der Entscheidung bestätigt, sie doch zu behalten.“