Heiligendamm: Weiße Stadt am Meer und erstes deutsches Seebad
Heiligendamm: Weiße Stadt am Meer und erstes Seebad

Heiligendamm an der mecklenburgischen Ostseeküste ist als nobler Ferienort bekannt. Das erste deutsche Seebad beeindruckt mit historischen Bauten, einem langen Sandstrand und einer 200 Meter langen Seebrücke. Wegen des Ensembles weiß gestrichener, historischer Häuser direkt am Strand wird der Ort auch „Die weiße Stadt am Meer“ genannt.

Klassizistische Architektur und mondänes Flair

Die repräsentativen Bauten im klassizistischen Stil verleihen dem Kurort, der zwischen ausgedehnten Buchenwäldern liegt, sein mondänes Image. Mehrere der Gebäude auf dem weitläufigen Gelände, darunter das Kurhaus von 1816, gehören heute zu einem Luxushotel. Urlauber finden in Heiligendamm aber auch einige preiswertere Unterkünfte.

Strand, Promenade und Seebrücke

Der kilometerlange, flach abfallende, feinsandige Strand zieht sich über mehrere Kilometer nach Westen bis Kühlungsborn und nach Osten bis Börgerende. Eine Promenade lädt zum Bummeln ein, und von der Seebrücke, die 200 Meter in die Ostsee ragt, bietet sich ein Blick auf die historischen Bauten. Im Ort lohnen Spaziergänge durch den Kurwald sowie zu den beiden Waldkapellen aus Backstein, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurden.

Mit dem Molli an die Küste

Heiligendamm gehört zur sechs Kilometer entfernten Kreisstadt Bad Doberan, der ehemaligen Sommerresidenz des Mecklenburger Hofes. Die historische Bäderbahn Molli verbindet beide Ortsteile mehrmals täglich und fährt weiter nach Kühlungsborn. Vom Bahnhof Heiligendamm sind es nur wenige Schritte bis zum Strand.

Vom Hochadel zum G8-Gipfel

Seine Existenz verdankt Heiligendamm dem herzoglichen Leibarzt Prof. Dr. Samuel Gottlieb Vogel. Auf sein Anraten badete Herzog Friedrich Franz I. zu Mecklenburg-Schwerin Ende des 18. Jahrhunderts in der Ostsee und ließ kurz darauf das erste deutsche Seebad errichten. Zwischen 1793 und 1870 entstand der klassizistische Gebäudekomplex. Schon kurz nach der Gründung entwickelte sich Heiligendamm zur ersten Adresse der Seebäder in Europa, wo sich der europäische Hochadel, darunter die russische Zarenfamilie, erholte. Bis in die 1930er-Jahre galt der Ort als exklusiver Badeort. Nach dem Zweiten Weltkrieg dienten die Gebäude in der DDR als Sanatorium für Werktätige und verfielen langsam. Nach der Wende kaufte eine Immobiliengruppe die Bauten und ließ die Bädervillen und das Kurhaus aufwendig restaurieren. 2007 rückte der G8-Gipfel internationaler Spitzenpolitiker Heiligendamm für wenige Tage in den Fokus der Weltpresse. Seit 2013 gehört das Grand Hotel einem Unternehmer aus Hannover.