Hundefriseurin erklärt: Warum Hunde im Herbst muffeln
Hundefriseurin erklärt: Warum Hunde im Herbst muffeln

Wenn der Herbst in Vorpommern Einzug hält, verbinden viele Menschen den Geruch von feuchtem Waldboden, Pflaumenkuchen und Kachelofenrauch. Hundebesitzer hingegen kennen ein anderes Phänomen: den Geruch von nassem Hund. Shari Albrecht, Hundefriseurin aus Liepen, erklärt, warum dieser Geruch entsteht und was man dagegen tun kann.

Ursachen für den typischen Nasshund-Geruch

„Dass ein Hund im nassen Zustand unangenehm riecht, ist völlig normal und hat gleich mehrere Ursachen“, sagt Albrecht. Ein wichtiger Faktor sei der natürliche Hauttalg, den die Haut produziert, um sich zu schützen und die Hautbarriere zu unterstützen. Dieser Talg hält die Haut geschmeidig und schützt sie vor Feuchtigkeit und Krankheitserregern.

Wie viel Talg ein Hund produziert, hängt von Rasse und Hauttyp ab. Retriever beispielsweise haben oft eine stärkere natürliche Fettigkeit, die mit ihrem ursprünglich für den Wassereinsatz geeigneten Fell zusammenhängt. Ähnlich wie bei feuchtem Waldboden, der bei Regen seine Duftstoffe freisetzt, passiert das auch beim Hund: „Durch das Wasser werden Geruchsstoffe im Fell leichter freigesetzt. Wenn das Wasser anschließend verdunstet, gelangen diese Stoffe in die Luft“, erklärt die 24-Jährige.

Bakterien und Feuchtigkeit verstärken den Geruch

Zudem ist ein Hundefell kein steriler Ort. Bakterien und Hefepilze leben dort und produzieren bei ihren Stoffwechselprozessen Substanzen, die unangenehm riechen können. „Feuchtigkeit begünstigt, dass wir diese Gerüche stärker wahrnehmen. Bleibt das Fell lange nass, kann sich der muffige Geruch deshalb besonders hartnäckig halten“, so Albrecht.

Ihr wichtigster Tipp: Nach dem Baden oder einem Spaziergang im Regen sollte der Hund gründlich abgetrocknet werden – nicht nur das Deckhaar, sondern auch die Unterwolle und Bereiche wie hinter den Ohren, unter den Achseln und zwischen den Zehen. Bei dichtem Fell kann das Trocknen sonst lange dauern.

Richtige Pflege und wann ein Tierarzt nötig ist

Albrecht rät, die Haut nicht durch übermäßiges Waschen oder aggressive Shampoos zu reizen. Ein geeignetes Hundeshampoo und eine auf Felltyp und Hautzustand abgestimmte Pflege seien sinnvoller, als jeden Eigengeruch beseitigen zu wollen. „Ein gesunder Hund hat immer einen gewissen Eigengeruch – das ist ganz normal“, betont sie.

Riecht ein Hund jedoch plötzlich stark, faulig oder ungewöhnlich, obwohl er trocken und sauber ist, könnten Entzündungen oder Erkrankungen dahinterstecken – dann sei ein Tierarztbesuch ratsam.

Für Kunden, die das Hundebad nicht selbst zu Hause durchführen möchten, bietet Albrecht diesen Service in ihrem Hundesalon „Sharis Wau-Effekt“ im Anklamer Umland an. Wegen großer Nachfrage hat sie eine spezielle Wanne mit Einstiegstür und rutschsicherer Rampe für große Hunde sowie einen Hochgeschwindigkeits-Hundeföhn für „Blow outs“ angeschafft. Dabei wird das Fell getrocknet und von überschüssiger Unterwolle befreit – für viele Hunde mit langem Fell angenehmer als das Ausbürsten. Termine vergibt sie auf Anfrage per E-Mail oder telefonisch unter 0170 897 1616.