Ines Millfahrt trainiert seit der Saison 2026/27 die Frauen des HSV Greif Torgelow. Die 63-Jährige erklärte sich bereit, das Team zu übernehmen, nachdem die Mannschaft in der Vorsaison abgemeldet worden war. Ohne ihr Engagement hätte die Auflösung des Frauenteams gedroht.
Entscheidung für den Erhalt des Teams
Der Kontakt zum Torgelower Handball bestand bereits länger, da ihre Tochter Carolin Krumrei seit einigen Jahren beim HSV spielt. Sie fragte Millfahrt, ob sie sich vorstellen könne, die Mannschaft zu trainieren. Die Entscheidung fiel der 63-Jährigen nicht leicht, die in Rattey bei Friedland lebt und bei der Bundesforst arbeitet.
„Ich habe länger überlegt, ob ich das Traineramt übernehme. Ausschlaggebend für meine Zusage war die Tatsache, dass ansonsten die Auflösung des Frauenteams drohte“, erklärte Millfahrt.
Würdigung des Vorgängers
Die neue Trainerin schätzt die Arbeit ihres Vorgängers Benjamin Schultz, der die Torgelower Frauen viereinhalb Jahre lang trainierte. „Das hat er toll gemacht. Eine Entwicklung der Mädels war klar zu sehen in seinem Trainer-Dasein“, sagte Millfahrt. Sie hat Verständnis dafür, dass Schultz nach der Abmeldung sein Amt aufgab, da er parallel im Männerteam spielte und einen enormen Aufwand neben Beruf und Familie betrieb.
Langjährige Handballerfahrung
Millfahrt ist seit Jahrzehnten mit dem Sport verbunden. Aufgewachsen in Eggesin, zog sie mit ihrer Familie nach Neubrandenburg und begann dort mit zehn Jahren Handball zu spielen. Im Jugendbereich und während ihres Studiums spielte sie bei der BSG Einheit/Sirokko Neubrandenburg, einer bekannten Handballadresse der DDR, bis 1996.
Anschließend betreute sie beim TSV 1814 Friedland den Nachwuchs und spielte im Frauenteam. Nach der Auflösung der Handballabteilung 2002 spielte sie von 2003 bis 2005 beim TSV Malchin. Von 2012 bis 2016 trainierte sie den Fußballnachwuchs beim FC Einheit Strasburg. Beim HSV Greif handelt es sich um ihre erste Traineraufgabe bei den Erwachsenen.
Ziele und Teamgeist
Große Ziele formuliert Millfahrt bewusst nicht. Nach der Hinrunde wird die Bezirksliga in zwei Staffeln geteilt. „Wir wollen einmal durch die Hinrunde kommen und dann gucken, wo wir stehen“, erklärte sie. Beim jüngsten Spiel gegen den Penzliner SV führten die Torgelowerinnen zur Pause mit 22:7 und gewannen am Ende mit 36:24 – die ersten beiden Punkte der Saison.
Für Millfahrt steht das Team über der Einzelspielerin. „Es geht immer nur zusammen als Team“, betonte sie. Sie setzt auf eine „kompakte, geschlossene Abwehr“ und einen „guten, gezielten Angriff“. In Torgelow wurde sie mit offenen Armen empfangen und freut sich auf die Zusammenarbeit mit Co-Trainer Sven Oliver Mehner, den sie als „wirklich eine gute Stütze“ bezeichnet.