Ronny und Britta Unger haben mit ihrem selbst entwickelten Käsedöner ein erfolgreiches Geschäft aufgebaut, das sie während der Sommermonate zu den größten Musikfestivals in ganz Deutschland führt. Ihre kulinarische Eigenkreation sorgt dort regelmäßig für lange Warteschlangen. Inzwischen haben die Wahl-Vorpommern im Ducherower Ortsteil Heidemühl eine neue Heimat gefunden, wo sie ein altes Gasthaus als Eventlocation und Ferienunterkunft betreiben.
Vom Lachsdöner zum Käsedöner
Ursprünglich erfand Ronny Unger einen Lachsdöner aus Lachs und Seelachs. Als er erkannte, dass Käse bei den Menschen noch beliebter ist als Lachs, entwickelte er seine Idee vom Käsedöner weiter. Zeitgleich mit einem Schweizer brachte er vor einigen Jahren seine käsige Version eines Döners auf den Markt. „Wobei unser Käsedöner, ‚das Original mit dem geschmolzenen Käse‘ ist“, sagt Britta Unger stolz.
Die 40-Jährige war zunächst nur auf der Suche nach einem neuen Job und fand dabei die große Liebe. „Es war Liebe auf den fünften Blick“, ergänzt sie lachend. Seit zwölf Jahren sind die beiden ein Paar, fünf Jahre davon zusammen. Sie bilden ein eingespieltes Team mit Hund: Er kümmert sich um das Unternehmen und die Zahlen, sie hält den Laden zusammen und sorgt dafür, dass es allen gut geht.
Einsatz auf den größten Festivals Deutschlands
Rock im Park, Wacken, Highfield, das Deichbrand-Festival und zuletzt der Hamburger Kultursommer mit Auftritten der Toten Hosen und Kraftclub – Zehntausende Besucher strömen regelmäßig zu den größten Musikevents in der Republik. An diesen Orten kommen die Ungers mit ihrer Erfindung zum Einsatz. Pro Festival beschäftigen sie 10 bis 15 Mitarbeiter, einige sind seit über zehn Jahren an Bord. Der Team-Spirit sei unübertroffen, erzählen sie.
Der zart geschmolzene Gouda vom Dönerspieß eroberte auf Streetfoodfestivals, Märkten, Konzerten und Großveranstaltungen die Herzen und Gaumen der Kunden. Wie Ronny Unger seine 30 Kilogramm schweren Dönerspieße in der heimischen Gastroküche zusammenbaut, bleibt Betriebsgeheimnis.
1200 Kilokalorien und 130 Gramm Käse
Serviert wird der Käsedöner mit Pfannengemüse aus Prinzessbohnen und Karotten, hausgemachtem Krautsalat und verschiedenen Saucen im Sesam-Panini-Brot. Der Kunde kann zwischen der Knoblauchwurst Sucuk, Räucherlachs, Pulled Chicken oder der Veggie-Variante mit Nachos und Röstzwiebeln wählen.
Ein Sucuk-Döner hat gut und gerne 1200 Kilokalorien und enthält 130 Gramm Käse. „Wir sind da die Sattmacher“, ergänzt Ronny Unger. Manchmal könne er das Ende der Schlange vor seinem Foodtruck nicht mehr sehen, freut er sich über den Zuspruch.
Neue Heimat in Heidemühl
Irgendwann platzte der bisherige Wohn- und Unternehmenssitz der Ungers im Brandenburgischen aus allen Nähten. Mehrere Autos, Anhänger und ein Caravan mit vier Ausgabestellen benötigten Platz, ebenso eine Tiefkühlzelle und ein großes Warenlager. Die Corona-Pandemie hatte ihnen gezeigt, dass es gut ist, sich breiter aufzustellen und auf weitere Standbeine zu setzen.
2021 landeten Ronny und Britta Unger auf der Suche nach einer geeigneten Immobilie im Ducherower Ortsteil Heidemühl, wo sie sich sofort in das zum Verkauf stehende Waldrestaurant verliebten. Die Gaststätte mit Festsaal und Pensionszimmern sowie zusätzlichen Ferienbungalows hatte Potenzial, musste aber umfassend renoviert werden. „Wir haben anderthalb Jahre im Saal gewohnt. Der war unser großes Wohnzimmer“, berichtet Britta Unger. „Wir haben ganz viel selbst gemacht und immer nach und nach weitergebaut“, ergänzt ihr Mann.
Heute bewirtschaften sie Haus, Hof und Garten gemeinsam mit Brittas Eltern und genießen den Luxus, nach einem anstrengenden Festival-Einsatz mit 80.000 Menschen in der vorpommerschen Idylle vom Vogelgezwitscher geweckt zu werden. Das Gasthaus betreiben sie als Eventlocation, in die sich Gäste für eigene Feste und Familienfeiern einmieten können. In den Pensionszimmern und den beiden Bungalows können Feiergäste und Urlauber einmieten, die Ferien in der Abgeschiedenheit zwischen Haff und Insel Usedom machen wollen.
„Tweete Heimat“ nennen sie dieses Konzept und wünschen sich, dass ihr persönlicher Wohlfühlort auch für ihre Gäste zur zweiten Heimat wird. Britta und Ronny Unger haben hier ihre erste Heimat gefunden und den Ort, an dem sie an neuen Variationen des Käsedöners und weiteren kulinarischen Erfindungen basteln.