Ob Bernstein, Pizza oder kleine Kunstwerke: Auf der Ostseeinsel Usedom gibt es Automaten für fast alles. Der Nordkurier hat die ungewöhnlichsten gefunden und zeigt, wo sie stehen.
Bernstein aus dem Automaten
Franziska und Stephan Laue sind Bernsteinsammler. Sie bringen Touristen bei, wie sie das Gold der Ostsee finden, und geben Kurse zum Schleifen der Steine. Damit auch weniger erfolgreiche Sucher ihren Liebsten zu Hause ein Stück Ostsee mitbringen können, haben sie die Bernsteinautomaten ins Leben gerufen.
Für zwei beziehungsweise sechs Euro gibt es kleine oder große Bernsteine in Plastikkugeln. Der Aufbau erinnert an alte Kaugummi-Automaten: Wird der Knauf gedreht, fällt eine Kugel in den Ausgabeschacht. Ein Automat hängt bereits an der Seebrücke in Koserow. Weitere sind nach Angaben von Franziska Laue noch in diesem Jahr geplant.
„Wir sind auf die Idee gekommen, weil ein Freund mir von alten Kaugummi-Automaten in Berlin erzählt hatte“, erzählt Stephan Laue. Bei einem abendlichen Glas Wein auf der Terrasse sei ihm die Idee gekommen. „Wir verkaufen den Bernstein, den wir hier selbst jagen“, sagt er. Das Modell komme bei Touristen gut an.
Pizza in wenigen Minuten
Wer nach einer abendlichen Bernsteinsuche Hunger bekommt, kann in Loddin nahe der Haltestelle Kölpinsee auf einen Pizza-Automaten zurückgreifen. Seit etwa drei Jahren steht er dort. Mit bis zu 96 zu 80 Prozent vorgebackenen Pizzen bestückt, liefert er in zwei bis fünf Minuten eine heiße Pizza.
Der erste Automat dieser Art wurde 2023 von Lars Faltus installiert. „Ich möchte mich keinesfalls mit einer guten Pizzeria duellieren“, betonte Faltus damals. „Aber ich kann mich von der Qualität her durchaus auch mit der einen oder anderen Pizzeria oder so manchem Lieferdienst messen.“ Zuvor hatte er bereits einen Automaten im Fischerdorf Freest aufgestellt.
Mittlerweile ist er nicht mehr der einzige Anbieter: In Heringsdorf hat Pier 14 seit etwa zwei Jahren am Bahnhof ebenfalls einen Automaten installiert. Die Funktionsweise ist gleich.
Kunst aus dem Automaten
Das Projekt Kunstautomat feiert 2026 sein 25-jähriges Bestehen. Dahinter stehen die Künstler Jeanne Kaiserin, Andreas Petzke und Lars Kaiser. Für vier Euro gibt es kleine Kunstwerke in Schächtelchen – neben Zeichnungen, Gehäkeltem oder Drucken liegen dort auch der Lebenslauf des Künstlers und dessen Kontaktdaten.
„Das Ziel ist es wieder eine direkte Kunstkommunikation zwischen Künstler und Kunstkäufer herzustellen ohne Umwege über Galerien, Museen, Ausstellungen oder dritte Personen“, heißt es auf der Website der Künstler. „Zusätzlich ist es unser Ziel, Kunst wieder 24 Stunden im öffentlichen Raum zu integrieren, zu nutzen und erlebbar zu machen. Ohne Umwege und Hindernisse für jeden Menschen frei zugänglich zu machen. So echt wie möglich direkt von Mensch zu Mensch“, heißt es weiter. Automaten hängen am Dorfladen in Peenemünde und an der Usedomgalerie Fotoart in Heringsdorf.