Munitionsberger finden im Wald bei Neubrück Natrium und Müll
Munitionsberger finden Natrium und Müll im Wald

Munitionsberger sind in einem Waldstück bei Neubrück nahe Neustrelitz in der Mecklenburgischen Seenplatte durch Zufall auf eine unterirdische Mülldeponie gestoßen. Zwischen zehn Kubikmetern Unrat, vergraben unmittelbar am Ortsrand, fanden sie auch Natrium – ein chemisches Element, das bei Berührung mit Wasser explodiert. Das teilte jetzt Lüttenhagens Forstamtsleiter Falk Jagszent mit.

Explosives Natrium unter dem Waldboden

Reines Natrium in Flaschen könne unter anderem als Trocknungsmittel verwendet werden, „um letzte Wasserspuren aus organischen Lösungsmitteln herauszuziehen“, erklärt der Förster. Als „hochreaktives Alkalimetall“ müsse es „in Flaschen unter einer Schutzflüssigkeit aufbewahrt werden, da es sonst zu Explosionen oder Bränden“ kommen könne. Deshalb sei neben der Feuerwehr auch der Katastrophenzug des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte zur Entsorgung angefordert worden.

Müll aus DDR-Zeiten und neuerer Zeit

Abgesehen vom Natrium habe die Mülldeponie aus Nähmaschinen, Kaffeeverpackungen, Fahrradteilen und mehr Müll aus DDR-Zeiten bestanden, aber auch aus Unrat neueren Datums. Wer, wann, warum die explosive Substanz, die nicht mit Kochsalz zu verwechseln ist, und den übrigen Müll in den Wald schmiss, das entziehe sich seiner Kenntnis. Möglicherweise sei das „durch die Lage Neubrücks, historisch bedingt durch mangelnde Müllabfuhr zu DDR-Zeiten“ zu erklären. Vergleichbares sei ihm in seinem Forstamtsbereich nicht bekannt, „aber nicht völlig auszuschließen“.

Das Müll-Aufkommen in den von ihm und seinen Kollegen betreuten Wäldern sei „in etwa gleichbleibend“. „Man kann sagen, dass es stadtnah beim Grünschnitt weiter regelmäßig vorkommt, hier und da sogar mehr wird. Dafür wird der sonstige anorganische Müll insgesamt bei uns in der Tendenz eher weniger. Größere Fälle sind aus der letzten Zeit nicht bekannt.“

Munitionsbergung im Wald südlich von Neustrelitz

Der Munitionsbergungsdienst ist seit dem Jahr 2022 im Wald südlich von Neustrelitz im Einsatz, um Granaten und andere Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg zu bergen. Allein auf 30 Hektar haben die Arbeiter rund zwei Tonnen Munition gefunden. Noch im Oktober wollen sie 70 Hektar vollständig beräumt haben.