Wenn der Morgen über Plau am See anbricht, liegt feiner Nebel über dem Wasser, als wolle der See seine Geheimnisse bewahren. Doch bald glitzern Sonnenstrahlen auf den Wellen, Möwen ziehen ihre Kreise über den Booten im Hafen, und das Städtchen am Westufer erwacht. Plau am See – das steht für Ferien, Freiheit und Zeit zum Durchatmen. Doch der Ort bietet mehr als nur die Kulisse für erholsame Tage.
Altstadt und Burg: Geschichte zum Erleben
Die Altstadt von Plau am See erzählt Geschichten. Kopfsteinpflaster schlängelt sich zwischen Fachwerkhäusern hindurch, deren bunte Fassaden an vergangene Jahrhunderte erinnern. Kleine Cafés laden zum Verweilen ein. Über allem thront die imposante Burg, die heute das Plauer Burgmuseum, die Touristinformation, das Haus des Gastes und die Plauer Burgfestspiele beherbergt.
Die roten Backsteinmauern erinnern an Ritter und Raubzüge, an Zeiten, als Plau noch „Plawe“ hieß und als Grenzfeste zwischen Mecklenburg und Brandenburg diente. Heute können Besucher den Burgturm erklimmen und den weiten Blick über Stadt und See genießen – ein Panorama, das in Erinnerung bleibt.
Hafen, Wasser und Natur
Wer sich durch die Altstadt Richtung Wasser treiben lässt, landet am Hafen mit Leuchtturm und Hubbrücke. Hier schaukeln Segelboote neben Kanus, und die alten Speicher erinnern an die Zeit, als Plau vom Handel und der Fischerei lebte. Heute ist der Hafen ein Ort der Begegnung. Fahrgastschiffe starten zu Fahrten nach Malchow und Waren an der Müritz und bieten Einblicke in die Region und ihre Gewässer.
Die Luftaufnahmen zeigen, wie nah Burg, Innenstadt, Hubbrücke und Hafen beieinanderliegen. Die Stadt wirkt größer, als mancher annehmen mag. Besonders nach Norden wächst Plau am See derzeit durch den Neubau des Supermarktes nahe der B103.
Der große See, nach dem die Stadt benannt ist, lockt Wassersportler und Naturfreunde. Angler fangen hier Barsche, Hechte und Co., Radfahrer umrunden auf schattigen Wegen das Ufer, Paddler gleiten an Seerosen vorbei. Wer Glück hat, entdeckt einen Rotmilan in den Baumkronen oder hört das leise Platschen, wenn ein Fisch an die Oberfläche schnappt.
Luftkurort mit Tradition
Seit 1998 ist die Stadt am See mit ihren acht Ortsteilen ein anerkannter Luftkurort. Rund 6000 Menschen leben hier, im Sommer kommen zahlreiche Touristen hinzu. Das ganze Jahr über locken regelmäßig Veranstaltungen: Im Sommer die Burgfestspiele mit wechselndem Programm, die Badewannenrallye, im Herbst der Plauer Regionalmarkt und im Frühjahr das traditionelle Osterfackelschwimmen.
Zudem hat die Stadt mehreren Menschen die Ehrenbürgerwürde verliehen. Zu den ersten gehörten Dr. Ernst Alban, Gründer und Leiter der Maschinenbaufabrik in Plau, Wilhelm Wilde, Arzt und Initiator des Stadtkrankenhauses, sowie Carl Ehrich, Kantor und Initiator des Schulneubaus 1860. Es folgten Gustav Bardey, Leiter der Wasserheilanstalt Bad Stuer, Christian Eichbaum, Kämmerer und Senator, Heinrich Haukohl, Großkaufmann und Gründer der Haukohl-Stiftung, und Wilhelm Wandschneider, der Bildhauer, der die Auszeichnung 1926 erhielt.
Fast hundert Jahre ernannte die Stadt keine neuen Ehrenbürger. Erst 2025 erhielten Rüdiger Hoppenhöft, von 1993 bis 2014 Stadtvertreter (CDU) und Gründer des kulturellen „Plauer Stammtischs“, sowie Dieter Ehrke die Auszeichnung. Der 90-Jährige ist Mitbegründer (2000) und Leiter des Burgmuseums Plau und erhielt 2024 die Sonderauszeichnung des Landkreises Ludwigslust-Parchim, den LUP-Award.