Gegen die Schließung der Gießerei Ueckermünde zum Jahresende haben am Montagabend rund 100 bis 150 Werksmitarbeiter, Angehörige und Anwohner protestiert. Bei der Mahnwache am alten Bahnhof kündigte Stadtpräsident Robert Kriewitz (CDU/Gemeinsam für Ueckermünde) an, dass Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag in die Gießerei kommen werde.
Task-Force und Gespräche
Kriewitz berichtete außerdem, dass Bürgermeister Toni Spiegelberg (parteilos) eine Task-Force mit einigen Ueckermündern gegründet hat. Am Mittwoch werde es ein Gespräch mit der Gießerei geben.
Der Stadtpräsident äußerte seine Meinung zu dem Geschäftsgebaren des Werkes und meinte, dass es schwierig sein werde, an die Geschäftszahlen des Unternehmens zu kommen.
Sorgen um Industriebrache
Stadtvertreterin Antje Krins (Bürgerbund) warnte davor, dass mit der Schließung eine Industriebrache in der Stadt zurückbleibe. Detlef Rabethge (BfVG) berichtete als Kreistagsmitglied, dass auch der Landrat sehr betroffen über die Schließungspläne sei. „Wir müssen laut sein und diese Montagsdemos mit Leben füllen“, sagte er. Karsten Berndt (BfVG) gab eine Einschätzung zum Mutterunternehmen Aequita.
„Wir wollen nicht schweigend zusehen“, betonte die Frau eines Gießereiarbeiters. Ein Störer nahm sich das Mikrofon und forderte die Öffnung der Nordstream-Gasleitung. „Putin sagt ja“, meinte er und wurde vom Mikrofon getrennt.
Montagstreffen und Stellenanzeige
Am Ende wurde vereinbart, sich jeden Montag um 18 Uhr zu treffen, damit auch Kinder und andere Angehörige dabei sein können.
Verwundert zeigten Gießereiarbeiter eine aktuelle Stellenanzeige für eine Ueckermünder Gießerei. Trotz der geplanten Schließung werde ein Gussputzer und Gießereihelfer gesucht, meinten sie. Es werde offenbar jemand gebraucht, der die vielen vorproduzierten Gusstücke noch zu Ende bearbeitet.