Ab Januar 2027 erhöht die Sparkasse Vorpommern die Kontoführungsgebühren. Mehr als 220.000 Kunden des Geldinstituts erhalten ab Mitte Oktober ein Schreiben, das über die Preisanpassung informiert. Die Geschäftsleitung begründet den Schritt mit gestiegenen Kosten und höheren Anforderungen an Banken.
Neue Preise für Konten und Karten
Für das private Basis- und das Individualkonto fallen künftig monatlich 6,99 Euro an, bisher waren es 4,99 Euro. Das Internetkonto verteuert sich von 2,99 auf 5,99 Euro pro Monat. Dagegen sinkt die jährliche Gebühr für die Sparkassen-Card von 12 auf 6 Euro.
Das günstigste Konto wird das neue S-App-Konto, das monatlich 3,99 Euro kostet. Dies erklärten Ulrich Wolff, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Vorpommern, und Jörg Berner, Vertriebsdirektor für Privatkunden, im Nordkurier-Gespräch. Sie bedauern die Preisanpassung, sehen sie aber als alternativlos: Auch eine Sparkasse müsse wirtschaftlich arbeiten, und vor Banken mache die allgemeine Teuerungsrate nicht halt.
Gründe für die Erhöhung
Die letzte Preisanpassung liegt vier Jahre zurück. Neben der allgemeinen Kostensteigerung seien auch die Anforderungen an eine Bank größer geworden, so Jörg Berner. Digitalisierung, Sicherheit und Geldwäscheprävention schlagen kostentechnisch zu Buche.
Ulrich Wolff betont die Bedeutung des Hauses: „Wir sind die zweitgrößte Sparkasse in M-V, haben mit 173 Geräten das flächendeckend dichteste Netz an SB-Geräten, sichern damit die Bargeldversorgung in der Region und befördern zugleich bargeldlose Alternativen.“ Die Preisanpassung solle sicherstellen, dass die Sparkasse mit ihren Dienstleistungen vor Ort aktiv und ansprechbar bleibt.
Beratung und Fördermittel
Viele Bankdienstleistungen würden bereits digital abgedeckt, aber das Kundengespräch und die individuelle Beratung ersetze es nicht. Allein in diesem Jahr habe man Kunden zu über 50.000 komplexen Finanzthemen beraten und begleitet. Zudem sei die Sparkasse ein wichtiger Förderer von Sport, gesellschaftlichem Leben und Bildung in der Region.
Kunden, die die Erhöhung nicht akzeptieren möchten, können die Gebühren mit anderen Banken vergleichen und gegebenenfalls wechseln. Die Sparkasse kann die Gebühren nicht einfach erhöhen: Der Kunde muss der Änderung aktiv zustimmen, etwa per beigelegter Antwortkarte oder online. Wer gar nicht reagiert, riskiert, das Konto zu verlieren.