Der MC Nordstern Stralsund ist deutscher Meister im Speedway. Nach dem letzten Rennen der 1. Bundesliga in Güstrow stand der Klub aus Vorpommern als Champion fest, obwohl er an diesem Abend nicht selbst auf der Bahn stand. Vor 1000 Zuschauern feierten Verantwortliche, Ehrenamtler und Fans den dritten Titel nach 2015 und 2022.
Entscheidung im letzten Rennen
Das Aufeinandertreffen zwischen dem MC Güstrow Torros und dem MSC Wölfe Wittstock entschied über die Meisterschaft. Alle drei Teams der 1. Bundesliga hatten vor dem Finale noch Chancen auf den Titel. Güstrow hätte mit 31 Punkten Vorsprung gegen Wittstock gewinnen müssen, um den Titel zu holen. Die Torros schafften jedoch nur ein knappes 44:40.
Das Rennen war ausgeglichen: acht Remis, vier 4:2-Siege (einer für Wittstock, drei für Güstrow) und zwei 5:1-Erfolge (je einer pro Team). Bis zum elften von 14 Läufen führten die Wittstocker mit 34:32. Im Lauf zwölf glich Güstrow aus, im Lauf 13 gingen sie durch Kai Huckenbeck (10 Punkte) und Tyler Haupt (8) mit 40:38 in Führung.
Güstrows Sieg und Wittstocks Enttäuschung
Im letzten Lauf bauten Norick Blödorn, mit 15 Punkten der Tagesbeste, und der dänische Junioren-Weltmeister Mikkel Andersen (11) den Vorsprung auf 44:40 aus. „Wir sind spät ins Rennen gekommen, auch weil Kai Huckenbeck Motorenprobleme hatte“, erklärte Güstrows Trainer Ralf Peters. Er lobte ausdrücklich Hannah Grunwald: „Sie ist gut gefahren. Da spielen für mich die null Punkte keine Rolle. Als Mannschaft haben wir zum Schluss dann die bessere Linie gefunden.“
Für Wittstock war die Niederlage bitter, denn der Klub verpasste den ersten Meistertitel. Präsident Frank Mauer hatte alle Register gezogen: Der Däne Jonas Knudsen holte zwölf Punkte, der Ukrainer Marko Levishin zehn, Janek Konzack neun, der Däne Mikkel Bech sieben und der Pole Adrian Cyfer zwei. Es reichte nicht.
Stralsund feiert ausgelassen
Stralsund hatte eine große Truppe nach Güstrow entsandt, um das Rennen zu verfolgen. Der Vize-Titel war ihnen sicher, doch durch den Güstrower Sieg wurden die Nordsterne Meister. „Das sei der Hammer gewesen. Kein Drehbuch schreibe das besser, dass im vorletzten und letzten Lauf die Meisterschaft um Haaresbreite entschieden werde“, sagte Bernd Sagert, der 2. Klubvorsitzende. „Aber Stralsund hat den Titel auch verdient.“
Güstrow schloss die Saison mit 4 Punkten und 160 Laufpunkten als Dritter ab. „Wir haben zum Schluss ein schönes Rennen gesehen“, sagte Ralf Peters. Er hofft, dass es 2027 wieder eine 1. Bundesliga gibt. „Wir sind glücklich über den Sieg. Aber am Ende sind wir dieses Mal nicht Meister“, resümierte Peters das verpasste Triple, allerdings mit dem Meistererfolg in der 2. Bundesliga und in der Liga Nord in der Tasche.