Am Bahnhof von Anklam im Landkreis Vorpommern-Greifswald ist am Wochenende eine Stolperschwelle des Künstlers Gunter Demnig verlegt worden. Sie erinnert an Bürger der Stadt, die in der Nacht zum 13. Februar 1940 von den Nazis nach Ostpolen verschleppt wurden. Keiner von ihnen hatte den Zweiten Weltkrieg überlebt.
Projektgruppe der Europaschule erforscht Schicksale
Mit dem Schicksal der Anklamer Juden beschäftigt sich seit rund zehn Jahren eine Projektgruppe der Europaschule Rövershagen im Landkreis Rostock. Für die Recherche reisten die Schülerinnen und Schüler nach Lublin in Ostpolen. Von dort schrieben sie Postkarten an die letzten bekannten Wohnadressen der Deportierten.
„Die Namen der Ermordeten sowie ihre Geschichten kehrten somit symbolisch in ihre Heimatstadt zurück, an die Orte, an denen diese Menschen einst zu Hause waren“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin von Anklam, Beatrix Wittmann-Stifft.
Ausstellung im ehemaligen Wehrmachtsgefängnis
Bevor die Stolperschwelle verlegt wurde, ist im ehemaligen Wehrmachtsgefängnis die Ausstellung „Ich hoffe, dass dieser Gruß Sie erreicht…“ eröffnet worden. Auch sie erinnert an das Schicksal der Anklamer Juden. Die Verlegung der Stolperschwelle wurde durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert.