Teterower erlebt in Pardubice sein 50. Goldhelm-Rennen
Teterower feiert 50. Goldhelm-Rennen in Pardubice

Wenn am Freitag mit dem Finale der Speedway-Europameisterschaft das Goldhelm-Wochenende in Pardubice beginnt, ist der Teterower Peter Stanislawski zum 50. Mal live dabei. Der bekennende Speedway-Fan blickt auf eine lange Geschichte mit dem Kult-Rennen zurück.

Ein Jubiläum nach 50 Jahren

„Mein erstes Rennen erlebte ich als 17-Jähriger 1974. Ein Bekannter aus Teterow nahm mich mit“, erinnert sich Stanislawski. Seitdem hat er viele Strapazen auf sich genommen: Nachtfahrten ohne Heizung, damit der Fahrer nicht einschläft, sowie Übernachtungen in den meisten Hotels in und um Pardubice, aber auch in Arbeiterwohnheimen, Pensionen und bei privaten Leuten.

Eine besondere Erinnerung hat er an das Bahnhofshotel, wo er mitten in der Nacht für zehn D-Mark noch ein Zimmer ergatterte. „Es war so hellhörig, dass ich dachte, die Züge fahren durch mein Zimmer“, erzählt er.

Episoden aus fünf Jahrzehnten

Überhaupt nicht prickelnd war, als ein Stein kurz vor der tschechischen Grenze seine Trabi-Frontscheibe zerschlug. „Ich hatte Glück, gleich hinter der Grenze konnte ich eine Ersatzscheibe kaufen“, schildert er eine weitere Episode. Unvergessen bleibt ihm zu DDR-Zeiten eine Busfahrt mit MC-Bergring-Teterow-Mitgliedern, die er organisierte und die Stimmung mit seinem Akkordeon anheizte.

2018 und 2021, beim 70. und 73. Goldhelm-Rennen, sprang er kurzfristig als deutscher Sprecher ein. „Das war ohne Vorbereitung eine Herausforderung“, sagt Stanislawski.

Das Programm am Wochenende

Bei der 78. Auflage hat er diese Anspannung nicht. In aller Ruhe kann er mit seinen Freunden dieses Kult-Rennen genießen, zu dem wie immer sehr viele Fans aus Mecklenburg-Vorpommern kommen. Das Wochenende startet Freitag um 17 Uhr mit dem Finale der Europameisterschaft. Die besten Chancen auf den Titel haben der Däne Leon Madsen und der Pole Kacper Woryna (je 34 Punkte) sowie der Däne Michael Jepsen Jensen und der Güstrow-Sieger, der Pole Maciej Janowski (je 33). Der einzige Deutsche, Kai Huckenbeck, hat als Achter acht Punkte Rückstand auf die Spitzenreiter.

Auf einen Start von Leon Madsen hofft der Goldhelm-Klub auch am Sonntag um 12 Uhr beim 78. Goldhelm-Rennen. Er soll die letzte Lücke im Feld schließen. Die Dänen holten bisher 14-mal den Goldhelm, darunter siebenmal der legendäre Ole Olsen von 1970 bis 1980. Am Band stehen 36 Fahrer aus 16 Ländern, darunter drei ehemalige Gewinner: der Lokalmatador Vaclav Milik (2017), der Finne Timo Lahti (2023) und der Australier Jason Doyle. Der unternimmt als dreifacher Goldhelm-Träger (2018/2019/2020) einen erneuten Anlauf, um mit seinem Landmann Leigh Adams (1999 bis 2004) gleichzuziehen. Deutschland wird vom Werlter Kai Huckenbeck, der es noch nie ins kleine und große Finale geschafft hat, und vom Landshuter Mario Häusl vertreten.

Juniorenrennen am Sonnabend

Mario Häusl steht als Vorjahressieger an der Spitze der starken deutschen Streitmacht am Sonnabend um 16.30 Uhr beim 52. Juniorenrennen um das Goldene Band mit Startern aus neun Ländern. Zu der gehören die Güstrower Tyler Haupt, Patrick Hyjek und Hannah Grunwald sowie Janek Konzack aus Wolfslake. Starke Konkurrenz kommt aus Dänemark mit dem U21-Vize-Junioren-Weltmeister Nicolai Heiselberg.