Trotz Sparlaune: Touristen geben in der Kleinseenplatte weiter Geld aus
Trotz Sparlaune: Touristen geben weiter Geld aus

Der Tourismus in der Mecklenburgischen Kleinseenplatte bleibt trotz spürbarer Zurückhaltung bei den Ausgaben der Gäste stabil. Enrico Hackbarth, Leiter des Sachgebiets Tourismus und Wirtschaftsförderung im Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte, bewertet die Saison 2026 insgesamt positiv. Genaue Zahlen lägen zwar noch nicht vor, so seine vorläufige Einschätzung gegenüber dem Nordkurier.

Camping legt zu, Übernachtungen leicht rückläufig

Nach Hackbarths Einschätzung gingen die Übernachtungen um etwa vier Prozent zurück, während das Campinggeschäft leicht zulegte. Insgesamt rechnet er mit Besucherzahlen auf Vorjahresniveau. Die Campinggemeinschaft wachse, Wohnmobile und Wohnwagen würden komfortabler. „Die Campingplätze haben sich den Ansprüchen der Urlauber gut angepasst“, erklärt er. Manche bieten neben Stellplätzen auch Mietwohnwagen an.

Bei den Ausgaben bemerke er allerdings mehr Zurückhaltung. „Die Gäste halten ihr Geld ein bisschen mehr zusammen.“ Das zeige sich unter anderem bei den Souvenirverkäufen. Aus dem Gastgewerbe gebe es gemischte Rückmeldungen, auch einzelne Sehenswürdigkeiten hätten etwas weniger Zulauf.

Veranstaltungen gut besucht, Wasserstände sinken

Gut besucht seien dagegen die Veranstaltungen. Hackbarth nennt das 2-Schlösser-Fest in Mirow, das Burgfest in Wesenberg, die Puppenspielwochen, den Tausend-Seen-Marathon, das Gravel-Weekend und ein Geocaching-Event. Neu hinzugekommen sei das Theaterangebot „at.tension goes Mirow“, dessen Vorstellungen ausverkauft gewesen seien.

Im Juli und August seien die Wasserstände noch vergleichsweise gut gewesen. Erst zum Spätsommer hin sanken sie deutlich; die Schleuse Wesenberg musste zeitweise gesperrt werden. In der Feldberger Seenlandschaft sei die Situation wegen geringer Niederschläge und niedriger Grundwasserstände noch angespannter.

Ortsumgehung Mirow: Chancen für den Tourismus

Die im Bau befindliche Ortsumgehung Mirow sieht Hackbarth vor allem als Gewinn für den Tourismus. „Ich sehe darin mehr Chancen als Nachteile“, sagt er. Weniger Verkehr könne die Aufenthaltsqualität im Ort dauerhaft verbessern. Allerdings würden Autofahrer Mirow künftig seltener beim Durchfahren wahrnehmen. Deshalb müsse möglicherweise etwas mehr auf die Stadt als Ausflugsziel aufmerksam gemacht werden.

Auf Camping- und Outdoormessen werben die Mecklenburgische Schweiz, die Müritz-Region, die Mecklenburgische Kleinseenplatte und die Brandenburgische Seenplatte gemeinsam um Gäste. Durch die Zusammenarbeit ließen sich Personal und Kosten sparen. „Wir ziehen da keine klaren Grenzen“, beschreibt Hackbarth die Zusammenarbeit.

Sein unmittelbarer Zuständigkeitsbereich umfasst Mirow, Wesenberg, Wustrow und Priepert. Die Anbindung benachbarter Ausflugsziele sei dennoch wichtig: Die Kleinseenbahn verbindet Neustrelitz und Mirow, eine Buslinie führt nach Rheinsberg. Der Rufbus ILSE kann mit der Gästekarte kostenlos genutzt werden.

Pläne für 2027: Jubiläen und neue Angebote

Im kommenden Jahr feiert Mirow sein 800-jähriges und Wesenberg sein 775-jähriges Bestehen und wollen damit auch Anlaufpunkte für Gäste bieten. Ansonsten sollen Wanderwege besser ausgeschildert und Informationstafeln bei Bedarf aktualisiert oder erneuert werden. Die 27 Fahrrad-Selbsthilfestationen werden funktionsfähig gehalten. Ein neues Knotenpunktsystem soll Radwegekreuzungen nummerieren und damit die Orientierung erleichtern.

Auf der Burg Wesenberg soll die langjährige Ausstellung mit Bildern aus Fischerei, Forstwirtschaft und regionalem Handwerk um das Thema Stadtgeschichte ergänzt und interaktiver gestaltet werden. Hackbarth möchte außerdem örtliche Unternehmen stärker in die touristische Vermarktung einbeziehen und die Nebensaison insbesondere für ältere Gäste und junge Familien attraktiver machen. Als weiteres Ausflugsziel soll die Indoor-Spielewelt „Lost City“ in Neustrelitz hinzukommen.