TSG Neustrelitz: Drei Punkte und viele Baustellen im Parkstadion
TSG Neustrelitz: Drei Punkte und viele Baustellen

Fußball-Oberligist TSG Neustrelitz hat nach fünf Spieltagen der Saison 2026/27 nur drei Punkte auf dem Konto und steht damit auf dem vorletzten Tabellenplatz. Es droht der Abstiegskampf. Für die Residenzstädter ist es nach dem Regionalliga-Abstieg 2018 der schlechteste Saisonstart in der 5. Liga. Am Sonntag empfängt das Team den Tabellenzweiten Berliner AK (14 Uhr, Parkstadion).

Schwache Defensive und Auswärtsmisere

In den bisherigen fünf Ligaspielen blieb die TSG-Elf nie ohne Gegentor. Insgesamt kassierten die Neustrelitzer bereits 13 Gegentreffer – der schwächste Wert aller 16 Mannschaften. Das entspricht einem Schnitt von 2,6 Gegentoren pro Partie. Drei Partien bestritten die Neustrelitzer bereits auswärts und holten dabei keinen Punkt: Die Duelle gegen Lichtenberg 47 (2:3), FSV Optik Rathenow (1:2) und Sparta Lichtenberg (1:4) wurden allesamt verloren.

Torhüterwechsel und fehlende Identifikation

In den fünf Spielen standen bislang zwei verschiedene Torhüter im Tor: dreimal Miguel Da Silva Telinhos (neun Gegentore) und zweimal Nicolas Delpino (vier). Durch den ständigen Wechsel können sich keine klaren Abläufe in der Defensive entwickeln. Die Abwehrspieler, zumeist in einer Viererkette agierend, müssen sich durchgehend auf einen anderen Keeper einstellen.

Nach der Niederlage gegen Sparta Lichtenberg (1:4) machte Trainer Velimir Jovanovic seinem Unmut Luft: „Viele identifizieren sich im Moment nicht mit der TSG Neustrelitz, ganz einfach.“ Zudem gibt es in der Mannschaft kaum einen Spieler, der sich lautstark auf dem Platz bemerkbar macht und das Team auch in negativen Phasen mitreißt. „Diese Art und Weise kotzt mich an“, sagte Jovanovic. Auch die Diskrepanz zwischen Trainings- und Spielleistung sei zu groß.

Umbruch und Kaderzusammensetzung

Im Sommer gab es elf Neuzugänge, zehn Abgänge und einen neuen Cheftrainer. Das neue Personal, viele Spieler aus Berlin, scheint noch nicht optimal aufeinander abgestimmt zu sein. Sportchef Oliver Bornemann hatte vor dem Saisonauftakt von einem „kleinen, feinen Kader“ gesprochen, in dem gute Stimmung, Enthusiasmus und Leidenschaft herrschen. Viele Neuzugänge seien interessante, junge Spieler – allerdings kamen sie aus unteren Ligen oder von Oberliga-Absteigern, und nicht alle waren Stammspieler.