Hundefriseurin erklärt: Warum Hunde im Herbst muffeln und was hilft
Warum Hunde im Herbst muffeln und was hilft

Hundefriseurin Shari Albrecht aus Liepen weiß, warum es gerade im Herbst in vielen Wohnzimmern aus dem Hundekörbchen muffelt. Sie hat zudem passende Tipps für alle Hundebesitzer parat.

Ursachen für den Geruch nasser Hunde

Der Geruch von nassen Hunden hat mehrere Ursachen. „Dass ein Hund im nassen Zustand unangenehm riecht, ist völlig normal und hat gleich mehrere Ursachen. Als Hundefriseurin erlebe ich das regelmäßig. Viele Hundebesitzer kennen den typischen Geruch, wenn ihr Vierbeiner nach einem Spaziergang im Regen oder nach dem Baden wieder ins Haus kommt. Ein wichtiger Faktor ist der natürliche Hauttalg des Hundes“, erläutert sie. Die Haut produziert dieses ölige Sekret, um sich zu schützen und die Hautbarriere zu unterstützen. Der Talg hilft dabei, die Haut geschmeidig zu halten und sie vor äußeren Einflüssen wie Feuchtigkeit und Krankheitserregern zu schützen.

Hunde produzieren rassebedingt unterschiedlich viel Talg. Wenn man einen Hund länger streichelt, fühlen sich die eigenen Hände manchmal leicht fettig an, das kann unter anderem am Talg liegen. Hunde würden je nach Rasse und individuellem Hauttyp unterschiedlich viel Hautfett produzieren, so Albrecht weiter. Bei manchen Hunden, beispielsweise bei Retrievern, kann das Fell beziehungsweise die Haut eine stärkere natürliche Fettigkeit aufweisen. Das hängt unter anderem mit den Eigenschaften ihres Fells zusammen, das ursprünglich auch für den Einsatz im Wasser geeignet sein musste.

Feuchtigkeit setzt Geruchsstoffe frei

Ähnlich wie beim Waldboden, bei dem man im trockenen Zustand den Geruch kaum wahrnimmt, der aber seine Duftstoffe deutlich entfaltet, sobald es regnet. „Beim Hund passiert etwas Ähnliches. Durch das Wasser werden Geruchsstoffe im Fell leichter freigesetzt. Wenn das Wasser anschließend verdunstet, gelangen diese Stoffe in die Luft und wir nehmen den typischen, oft als muffig oder unangenehm empfundenen Geruch wahr“, erklärt Shari Albrecht, die sich erst in diesem Frühjahr nach einer gesonderten Ausbildung mit ihrem Hundesalon „Sharis Wau-Effekt“ selbstständig gemacht hat.

Hinzu käme, dass ein Hundefell kein steriler Ort ist. Bakterien sowie Hefepilze haben dort ihren Lebensraum und sind für sich genommen kein Grund zur Sorge. Bei ihren Stoffwechselprozessen entstehen jedoch verschiedene Substanzen, die unangenehm riechen können. „Feuchtigkeit begünstigt, dass wir diese Gerüche stärker wahrnehmen. Bleibt das Fell lange nass, kann sich der muffige Geruch deshalb besonders hartnäckig halten“, weiß die 24-Jährige.

Richtige Pflege nach dem Spaziergang

„Aus meiner Sicht als Hundefriseurin ist deshalb vor allem eines wichtig: Der Hund sollte nach dem Baden oder einem Spaziergang im Regen gründlich abgetrocknet werden. Dabei sollte man nicht nur das Deckhaar beachten, sondern auch die Unterwolle und Bereiche, an denen sich Feuchtigkeit länger hält – beispielsweise hinter den Ohren, unter den Achseln und zwischen den Zehen. Bei dichtem Fell kann es sonst lange dauern, bis der Hund vollständig trocken ist.“

Wichtig sei aber auch, die Haut nicht durch übermäßig häufiges Waschen oder aggressive Shampoos zu reizen. Ein geeignetes Hundeshampoo und eine auf Felltyp und Hautzustand abgestimmte Pflege sind sinnvoller als der Versuch, jeden Eigengeruch vollständig zu beseitigen. „Ein gesunder Hund hat immer einen gewissen Eigengeruch – das ist ganz normal“, stellt die Fachfrau klar.

Neuer Service im Hundesalon

Wenn ein Hund allerdings plötzlich sehr stark, faulig oder ungewöhnlich riecht, obwohl er trocken und sauber ist, sollte man genauer hinsehen. Hinter einem solchen Geruch können auch Entzündungen oder Erkrankungen stecken. In diesem Fall sei ein Besuch beim Tierarzt ratsam.

Für diejenigen, die sich das gelegentliche Hundebad in den eigenen vier Wänden nicht zutrauen, bietet sie diesen Service neuerdings auch in ihrem Hundesalon im Anklamer Umland an. Weil die Nachfrage bei den Kunden so groß war, hat sie nicht nur eine spezielle Wanne, mit Einstiegstür und rutschsicherer Rampe, insbesondere für große Vierbeiner angeschafft, sondern auch einen Hochgeschwindigkeits-Hundeföhn für sogenannte „Blow outs“. Dabei wird das Fell des Vierbeiners nicht nur getrocknet, sondern auch von der überschüssigen Unterwolle befreit. Für viele Hunde, gerade mit langem Fell, sei das angenehmer als das Ausbürsten, berichtet Hundefriseurin Shari Albrecht. Termine vergibt sie auf Anfrage per E-Mail oder telefonisch unter Telefon 0170 897 1616.