Das Haus Wildtierland – Schullandheim Gehren feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen seit der Wiedereröffnung. Aus diesem Anlass ist erneut eine Schulklasse aus Sanitz zu Gast – genau wie vor zehn Jahren, als die Einrichtung nach umfangreichem An- und Umbau ihre Türen öffnete.
Wiedersehen mit der ersten Gastklasse
Im Herbst 2016 zählte eine Schulklasse aus der Gemeinde bei Rostock zu den ersten Gästen im neu gestalteten Haus. Nun, zum Jubiläum, sind wieder 44 Kinder und vier Erwachsene aus Sanitz für fünf Tage in Gehren. Die Lehrerin Kerstin Moll hatte das Haus durch eine private Familienfeier zu Pfingsten entdeckt und beschlossen, mit einer Schulklasse hierherzukommen. Seitdem haben mehrere Kita-Gruppen und Schulklassen aus Sanitz die Einrichtung besucht, einige sogar mehrfach.
Die Einrichtung liegt in einem landschaftlich schönen Gebiet, wie Moll betont. „Vor allem für und mit Kindern kann man hier viel unternehmen“, sagt die Lehrerin. Auf dem Programm stehen unter anderem eine Dämmerungswanderung, Filzen, Malen mit Naturfarben, eine Radtour zum Fischer, Lagerfeuer, ein Besuch im Fledermaus-Garten und eine Wildtier-Entdecker-Tour. Daneben bleibt viel Zeit für Toben auf dem Spielplatz oder Sport in der kleinen Turnhalle.
Pädagogische Angebote geschätzt
„Die pädagogischen Angebote hier sind unschlagbar. Nicht jeder Lehrer hat ein breites Fachwissen in Biologie“, erklärt Kerstin Moll. Sie schätzt es, dass man die Schüler bei bestimmten Projekten an die Mitarbeiter des Hauses abgeben und sich zurücknehmen kann. Vor dem Aufenthalt wurden den Sechstklässlern die Angebote vorgestellt, die sie dann auswählen konnten.
Für die Schüler aus Sanitz ist ein Ostsee-Urlaub weniger reizvoll, wie die Lehrerin erklärt. Das Meer liege direkt vor der Haustür, zudem benötige man für Ferienfahrten Rettungsschwimmer und sei stark vom Wetter abhängig. In Gehren spüre man das persönliche Engagement der Mitarbeiter, die sich um die Gäste kümmern.
Auslastung und Zahlen aus zehn Jahren
Geschäftsführer Hergen Skibbe freut sich über solche Rückmeldungen. „Wir haben einige Gäste, die kommen regelmäßig“, sagt er. Ab Mai könnte das Haus, dessen Träger die gemeinnützige Natur Erleben GmbH ist, wegen der Anfragen deutlich mehr als die 72 Betten haben. Bis zu den Herbstferien ist die Einrichtung gut ausgebucht. „Eine Herausforderung sind die anderen Monate, hauptsächlich die Winterzeit“, schildert Skibbe. Problematisch sei, dass Schulklassen ihre Fahrten von den Schulämtern genehmigen lassen müssen und Schulen oft schon zwei Jahre im Voraus reservieren – ohne langfristige Vertragssicherheit. Deshalb setze man auch auf andere Gäste wie Menschen mit Behinderungen, Familien, Senioren, Studenten, Firmen, Vereine und Projektgruppen.
Seit der Wiedereröffnung verzeichnet das Haus 51.000 Übernachtungen und 47.000 servierte Mittagessen. Über 2.000 Führungen und Naturbildungsaktionen wurden durchgeführt, mehr als 10.000 Kinder erreicht. Und auch über 9.000 verkaufte Eis am Stiel sind in der Bilanz der letzten Dekade notiert.