Altentreptow: Stadtvertretung entscheidet über Batteriespeicher
Altentreptow: Entscheidung über Batteriespeicher

Die Altentreptower Stadtvertretung entscheidet in ihrer Sitzung am Dienstag, dem 6. Oktober, über zwei geplante Batteriespeichervorhaben im Ortsteil Thalberg. Eines der Projekte steht dabei deutlich näher an der Umsetzung als das andere. Die Anlage von Hansa Battery soll an der Landesstraße 27 in Richtung Groß Teetzleben entstehen, direkt daneben plant das Unternehmen VPI Flexkraft einen weiteren Speicher.

Satzungsbeschluss für Hansa Battery

Für die Anlage von Hansa Battery stehen der Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan und der Durchführungsvertrag auf der Tagesordnung. Das Hamburger Unternehmen plant einen Speicher mit 56 Megawatt Leistung und 112 Megawattstunden Kapazität. Rechnerisch könnte er damit zwei Stunden lang seine volle Leistung abgeben. Vorgesehen sind rund 32 Batteriecontainer und ein eigenes Umspannwerk. Das Plangebiet umfasst gut 5,3 Hektar.

Mit einem zustimmenden Beschluss würde die Stadt einen wesentlichen Schritt zur Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen machen. Eine Baugenehmigung und ein konkreter Baustart sind damit allerdings noch nicht verbunden.

Zweiter Speicher in direkter Nachbarschaft

Direkt daneben plant das Unternehmen VPI Flexkraft einen weiteren Speicher mit 60 Megawatt Leistung und 48 Batteriecontainern. Hier steht zunächst der Entwurfs- und Auslegungsbeschluss an. Damit sollen die Unterlagen für die Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden freigegeben werden. Zum Schutz eines Wassergrabens soll das Plangebiet von rund 1,7 auf 1,2 Hektar verkleinert werden.

Die Standortsuche für einen Batteriespeicher beschäftigt Altentreptow schon länger. Im Sommer 2023 wurden zunächst Pläne für eine kleinere Anlage mit 15 Megawatt in der Teetzlebener Straße vorgestellt. Später rückte das Areal rund um das Umspannwerk Altentreptow-Süd in den Blick. Für den Standort spricht die Nähe zur bestehenden Netzinfrastruktur: Beide aktuell geplanten Speicher sollen über eigene Umspannwerke an das 110-kV-Netz von Edis angeschlossen werden.

Hoffnung auf Steuereinnahmen

Beim Thema Batteriespeicher ist Altentreptow derzeit kein Einzelfall: Beim Verteilnetzbetreiber Edis liegen in der Mecklenburgischen Seenplatte nach einem NDR-Bericht rund 400 Anträge für Großbatteriespeicher vor. So wird nur einige Kilometer weiter südlich in Wulkenzin gerade ein deutlich größeres Batteriespeicherprojekt diskutiert. Auch Richtung Norden ist ähnliches geplant, hier soll in Breest gleich ein ganzes „grünes Gewerbegebiet“ entstehen.

Batteriespeicher nehmen Strom auf und geben ihn zeitversetzt wieder ins Netz ab. Damit können sie Schwankungen zwischen Stromerzeugung und Verbrauch ausgleichen und das Netz entlasten. Für die Stadt Altentreptow winken zudem finanzielle Vorteile, durch die Gründung lokaler Projekt-GmbHs soll die Gewerbesteuer vor Ort bleiben. Hansa-Geschäftsführer Benjamin Neter hatte im Oktober 2024 mögliche Einnahmen von jährlich 500.000 bis 800.000 Euro genannt.

Auch der Anwohnerschutz spielt in den Unterlagen eine Rolle. Die Standorte liegen nur wenige hundert Meter vom Ortsteil Thalberg und dem südlichen Stadtrand entfernt. Um die Geräusche abzuschirmen, ist der Bau einer fünf Meter hohen Schallschutzwand vorgesehen. Wann die Speicher aber konkret gebaut werden und ans Netz gehen könnten, geht aus den aktuellen Beschlussvorlagen noch nicht hervor.