Holger Gutzmann (43) ist neuer Bürgermeister der Stadt Barth. In der Stichwahl am Sonntag setzte er sich mit 63 Prozent der Stimmen gegen Mitbewerber Silvio Zippan durch. Auf die Frage von Journalisten, ob er nun in die AfD eintrete, reagiert Gutzmann mit einem Lachen: „Alle stellen mir diese Frage.“ Er habe bereits vorher erklärt, dass er das nicht tun werde. Daran bleibe er.
Klare Ansage an die Wähler
Gutzmann betont, dass es ihm wichtiger sei, die Menschen vor Ort ernst zu nehmen und sich für ihre Themen einzusetzen. Seine Botschaft: „Ich werde mich nie wieder unterwerfen.“ Diese Erfahrung habe er in einer anderen Partei gemacht. 2025 trat er für die Freien Wähler zur Bundestagswahl an. Er wünsche sich, „dass alle sachorientiert miteinander zusammenarbeiten“.
Der Bundeswehroffizier, verheiratet und Vater von vier Kindern, bezeichnete sich im Wahlkampf als ehrlich, geradlinig und tatkräftig. „Mein Anspruch ist eine Politik, die zuhört, klar entscheidet, anpackt und verlässlich handelt“, sagt er. Im Umgang mit Bürgern und allen Fraktionen in Barth kündigt er einen offenen Stil an.
Haushaltsloch als größte Herausforderung
Barth liegt kurz vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst in der vorpommerschen Boddenlandschaft. Die Stadt ist im Sommer bei Touristen beliebt, die einen Tag abseits von Prerow, Zingst, Wustrow oder Ahrenshoop verbringen möchten. Ein Hauptthema seiner Amtszeit dürfte das enorme Haushaltsloch der Stadt sein: Barth mit rund 8200 Einwohnern hat ein Defizit von 20 Millionen Euro. „Wahnsinn“, kommentiert Gutzmann. „Wir haben seit 2018 keinen Haushaltsabschluss.“ Er müsse dies ändern – mit klaren Prioritäten und Schuldenabbau.
Glückwünsche aus der AfD-Fraktion
Im Kreistag ist Gutzmann einer von 19 Mitgliedern der AfD-Fraktion. Dario Seifert, AfD-Generalsekretär in Mecklenburg-Vorpommern, wünscht dem Barther viel Erfolg für das neue Amt. „Seit seinem Eintritt in unsere AfD-Kreistagsfraktion vor einem Jahr arbeiten wir gut und konstruktiv zusammen“, so Seifert. Bis 2018 war übrigens Stefan Kerth Bürgermeister in Barth. Als Landrat von Vorpommern-Rügen machte er kürzlich Schlagzeilen, als er ein Ende der Brandmauer zur AfD forderte.