Der Bürgermeister von Siedenbrünzow, Dirk Bruhn, wird dem neuen Landtag von Mecklenburg-Vorpommern nicht angehören. Der Linken-Politiker verlor im Wahlkreis 13 das Direktmandat an seinen Kontrahenten Enrico Schult. Da Bruhn nicht auf der Landesliste stand, ist sein Einzug in den Landtag damit gescheitert.
Wahlkreis 13: Direktmandat geht an Enrico Schult
„Damit habe ich es nicht geschafft, wieder in den Landtag einzuziehen, weil ich auch nicht auf der Landesliste gestanden habe“, sagt Dirk Bruhn. „Dafür werde ich mich jetzt wieder voll auf meine Aufgabe als Bürgermeister von Siedenbrünzow konzentrieren.“
Bruhn war seit Februar 2023 als Nachrücker Mitglied des Landtags. Der am 16. März 1972 in Demmin Geborene absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Facharbeiter in der Tierproduktion und schloss später ein Studium der Agrarökologie mit dem Bachelor ab.
Landwirt mit Engagement für Agrarpolitik und Tierschutz
„Mit meinen Eltern baute ich 1991 den Viehbetrieb in Siedenbrünzow auf. Doch als die Milchpreise immer weiter sanken, entschlossen wir uns 2017, den Betrieb aufzugeben. Der Erlös für unsere Arbeit war einfach zu niedrig“, erläutert Dirk Bruhn.
Seit 2014 ist er Bürgermeister der Gemeinde. Im Landtag setzte er sich vorwiegend für eine bessere Agrarpolitik und einen verstärkten Tierschutz ein. Sein Ziel war es, ein Gleichgewicht zwischen Erzeuger und Verbraucher zu schaffen. Ein weiteres Thema war das Wasser in der Flur zu halten.
Enttäuschung über das Wahlergebnis der Linken
„Ich habe Die Linke zwischen neun und zehn Prozent gesehen“, betont Dirk Bruhn. „Dass wir nur 6,5 Prozent bekommen, ist natürlich enttäuschend.“
Bei der Landtagswahl im September 2021 hatte Die Linke noch 9,9 Prozent erhalten. Nun verlor die Partei rund 24.500 Wähler: Statt rund 90.900 Wählern stimmten nur noch 66.400 für sie. Im September 1998 waren es sogar über 264.000 Wähler.
Kampf gegen Parkinson und Forderungen an die neue Regierung
Bruhn leidet seit 2018 an Parkinson. „Ich konnte trotz Parkinson problemlos meine Arbeit als Landtagsabgeordneter verrichten“, so Dirk Bruhn. „Politiker anderer Parteien nahmen dabei sehr Rücksicht auf mich.“ Seine Erfahrung machte ihm deutlich, dass Menschen mit dauerhaften gesundheitlichen Beschwerden besondere Beachtung in der Politik verdienen.
Er freut sich, dass die AfD trotz der meisten Stimmen nicht regieren wird. „Umso mehr freue ich mich, dass die AfD keine Mehrheit im Land bekommen hat“, betont Dirk Bruhn. „Auch wenn sie die meisten Stimmen bekamen, werden sie zum Glück nicht regieren, weil niemand mit dieser Partei koalieren möchte.“
Von der neuen Landesregierung erwartet Bruhn, dass die Bildungspolitik erfolgreich weitergeführt und in bestimmten Regionen das Wohnungsangebot verbessert wird. „Wichtig muss sein, dass wieder Optimismus statt Pessimismus herrscht“, wünscht sich Dirk Bruhn. „Ja, ich wünsche mir eine Politik, die den Menschen keine Angst macht, sondern diese ihnen nimmt und Zuversicht verbreitet.“