Gauck in Parow: Mahnung und Bekenntnis zur Demokratie
Gauck in Parow: Mahnung und Bekenntnis

Zum Jahrestag der Deutschen Einheit haben der Landkreis Vorpommern-Rügen und die Hansestadt Stralsund traditionell in die Marinetechnikschule Parow eingeladen. In diesem Jahr sprach dort der frühere Bundespräsident Joachim Gauck vor 160 Gästen. Seine Festrede stand unter dem Motto „Nicht den Ängsten folgen, sondern dem Mut“.

Erinnerung an sowjetische Panzer und die erste freie Wahl

Gauck sprach über die Errungenschaften von Freiheit und Demokratie, die immer auch Verantwortung bedeuteten. Mit Blick auf Putins Angriffskrieg in der Ukraine warnte er eindringlich vor Russland und erinnerte an die sowjetische Besatzungszeit. „Als unsere Bevölkerung 1953 zu Protesten auf die Straße ging, weil die Menschen freie Wahlen wollten und Demokratie, kamen sowjetische Panzer“, sagte Gauck. Im heutigen Russland gebe es keine Rechtsstaatlichkeit, keine demokratischen Strukturen und keine Meinungsfreiheit.

Persönliche Erinnerungen an die Wendezeit

Der frühere Bundespräsident erinnerte sich auch an die erste freie Volkskammerwahl: „Ich musste 50 Jahre alt werden, um zum ersten Mal frei wählen zu dürfen. Als es am 18. März 1990 soweit war, da liefen mir zwei Tränchen.“ Und weiter: „Und ich werde nie in meinem Leben eine einzige Wahl verpassen.“ Die 160 Gäste bedankten sich für die Rede mit lang anhaltendem Beifall.