Im Rathaus Ueckermünde hat am Freitag ein Krisentreffen zur Rettung der Gießerei stattgefunden. Wirtschaftsminister Wolfgang Blank (parteilos) kam bereits zum zweiten Mal in dieser Woche in die Stadt, um über die Zukunft von 320 Arbeitsplätzen zu sprechen. Die Firma Breyden (Aequita) hatte am Freitag vor einer Woche angekündigt, das Werk zum Jahresende zu schließen. Damit stünden alle Mitarbeiter auf der Straße.
Kritik an fehlender Information
„Als ich am Montag in der Gießerei war, habe ich meine Überraschung zum Ausdruck gebracht, dass wir beim Termin vor drei Wochen noch nichts davon erfahren haben“, kritisierte Blank. „Dass die Situation von Gießereien in Deutschland schwierig ist, wissen wir, dass hat uns der Geschäftsführer Sebastian Simon erzählt. Aber da fiel kein Wort zur aktuellen Lage hier vor Ort“, so der Minister weiter.
Die Landesregierung sah sich in den vergangenen Tagen mit Vorwürfen konfrontiert, die schlechte wirtschaftliche Lage des Unternehmens möglicherweise verschleiert zu haben, um die Stimmen für die Regierungsparteien bei der Landtagswahl zu sichern. Dies hatte Minister Blank von Anfang an zurückgewiesen.
Minister macht vage Hoffnungen
Was der Minister jetzt tun kann? „Die Hoffnung ist, dass wir hier am Standort die Kompetenz und das Wissen erhalten können. Es ist zu früh, um Aussagen zu machen“, sagte Wolfgang Blank weiter. Das Ministerium sei im Austausch über mögliche Perspektiven. Fachleute waren beim Krisentreffen am Freitag mit vor Ort.
Die Gießerei war ein großer Industriebetrieb in der DDR und hatte zeitweise rund 1100 Beschäftigte. 1999 wurde das Unternehmen an einen amerikanischen Eigentümer verkauft. Später gehörte das Werk zur britischen MAT Foundry Group. Die Investorengruppe Aequita hatte die Gießerei im vergangenen Jahr gekauft. Geschäftsführer Sebastian Simon sagte dem Nordkurier, man habe ein größeres Potenzial für Einsparungen gesehen, als sich schließlich realisieren ließ.