Der Auftritt des Polit-Influencers Marcant auf dem Marktplatz in Teterow beschäftigt nun die Behörden. Grund sind Drohnenaufnahmen, die offenbar während der Veranstaltung am 17. September entstanden sind. Das Ordnungsamt hat den Vorgang an die Luftfahrtbehörde zur Prüfung weitergeleitet.
Gespräche vor dem Rathaus
Im Wahlkampfendspurt hatte der Webvideoproduzent, der eher im linken Lager verortet wird, vor dem Rathaus der Bergringstadt einen Tisch mit zwei Mikrofonen aufgebaut. Davor stand ein Plakat mit den Aufschriften „Ich wähle nicht die AfD“ und „Lass uns reden“. Er führte Gespräche mit Passanten, in denen es um Politik und Haltung ging. Mehrere Dutzend Jugendliche und andere Bürger versammelten sich auf dem Marktplatz, viele kennen ihn aus dem Internet. Einige sprachen vor der Kamera mit ihm.
Alleine auf der Plattform Instagram folgen ihm 1,6 Millionen Menschen. Marcant ist zudem auf vielen Demonstrationen unterwegs und sucht dort das direkte Gespräch mit Teilnehmern der Versammlung.
Anmeldung und Sondernutzung
Obwohl der Auftritt spontan wirkte, war er angemeldet. Die Stadt berichtet: „Eine Veranstaltungsanzeige erfolgte am 10. September“, sagt Marcus Ode, Fachbereichsleiter Bürger- und Ordnungsangelegenheiten. Weil „ein politischer Charakter der Veranstaltung“ deutlich wurde, sei „auf die Erhebung einer Sondernutzungsgebühr verzichtet“ worden.
Nun beschäftigt die Behörden der Drohnenflug über der Stadt, der für später veröffentlichte Videoaufnahmen genutzt wurde. „Die Aufnahmen haben wir gesehen und den Sachverhalt zuständigkeitshalber an die Luftfahrtbehörde zur Prüfung weitergeleitet“, erklärt Ordnungsamtsleiter Marcus Ode.
Prüfung auf Landesebene
Der Fall ist offenbar auch auf Landesebene angekommen. Das Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern ist zugleich Luftfahrtbehörde. Ode sagt dazu: „Hinsichtlich der Verfolgung einer möglichen Ordnungswidrigkeit ist die Behörde zuständig.“
Unterdessen wirbt die AfD um einen neuerlichen Besuch von Marcant in der Stadt. Die Stadtfraktion habe ihm eine Einladung zum Stammtisch für ein Gespräch geschickt. Eine Antwort sei aber noch nicht eingegangen.