Eine 70-jährige Rollstuhlfahrerin aus Möllenhagen kann ihre frankierten Maxibriefe nicht in den örtlichen Briefkästen einwerfen, weil die Einwurfschlitze zu klein sind. Die Deutsche Post empfiehlt in einem solchen Fall eine ungewöhnliche Lösung: einen Zettel am Briefkasten, um den Zusteller um Mitnahme zu bitten.
Problem mit genormten Briefkastenschlitzen
Die Frau hatte sich an den Nordkurier gewandt, weil ihre Sendungen trotz Zulassung für den Versand nicht durch die Schlitze der beiden Briefkästen im Ort passen. Als Alternative müsste sie nach Penzlin oder Waren fahren, was für sie wegen ihrer Mobilitätseinschränkung schwierig ist. Sie kritisierte, dass es in Möllenhagen keine „barrierefreie und praktisch nutzbare Möglichkeit zur Aufgabe von Maxibriefen“ gebe.
Die Deutsche Post sieht derzeit keine Möglichkeit, in Möllenhagen einen Briefkasten mit größerer Öffnung anzubieten. „Möllenhagen ist ein kleiner Ort mit 1500 Einwohnern, da gibt es momentan keine andere Möglichkeit“, sagt Post-Pressesprecher Jens-Uwe Hogardt. Die Öffnungen der dortigen Briefkästen seien genormt. Größere Modelle gebe es zwar, diese seien auf dem Land jedoch nicht verfügbar.
Zettel als praktische Lösung
Die Bewohnerin muss nach Angaben der Post dennoch nicht nach Penzlin oder Waren fahren. Sie kann eine bereits frankierte Sendung dem Zusteller mitgeben. Das funktioniert auch ohne ein zufälliges Treffen mit den Postboten. „Bewohner im ländlichen Raum können einfach einen Zettel an den Briefkasten hängen: ‚Klingeln Sie bitte mal, ich habe etwas mitzugeben‘“, empfiehlt Jens-Uwe Hogardt. Der Postbote komme ohnehin täglich durch den Ort und könne den Maxibrief entgegennehmen. Eine kostenpflichtige Abholung sei damit nicht nötig.
Poststation als Zukunftsperspektive
Langfristig könnte eine sogenannte Poststation eine Lösung sein. An diesen Automaten können Briefmarken gekauft sowie Briefe und Pakete aufgegeben werden. Für Sendungen, die nicht durch einen üblichen Briefschlitz passen, stehen Fächer zur Verfügung.
Konkrete Pläne für eine solche Station in Möllenhagen gibt es derzeit nicht, teilte der Pressesprecher mit. Die Aufstellung werde jeweils nur mit kurzem Vorlauf geplant. Ob Möllenhagen irgendwann berücksichtigt wird, ist unklar: „Diese Perspektive ist möglich, aber nicht sicher.“