CDU-Landeschef Daniel Peters (45) ist am Montagabend nach der schweren Niederlage seiner Partei bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zurückgetreten. Die CDU verpasste mit 4,9 Prozent der Wählerstimmen erstmals seit 1990 den Einzug in den Landtag.
Peters gab das Amt nach nur zweieinhalb Jahren ab. Erst im Juni war er mit großer Mehrheit als Landeschef bestätigt worden. Bereits seit Sonntagabend zeichnete sich sein Rückzug ab. Parteikollegen versuchten noch am Abend, ihn umzustimmen.
Weitere Rücktritte im Landesvorstand
Neben Peters verlässt auch CDU-Generalsekretärin Katy Hoffmeister (53), frühere Justizministerin, den Vorstand. Ann Christin von Allwörden (47), stellvertretende Landesvorsitzende, war bereits einige Stunden zuvor zurückgetreten. Sie erklärte, sie wolle Verantwortung für den Wahlausgang übernehmen und nach zehn Jahren Politik in ihren früheren Beruf als Polizistin zurückkehren.
Wechsel an der Spitze seit 2020
Damit hat die CDU in Mecklenburg-Vorpommern binnen weniger Jahre mehrere Vorsitzende verschlissen. Nach dem Rückzug von Vincent Kokert Anfang 2020 übernahmen nacheinander Eckhardt Rehberg, Michael Sack und schließlich Franz-Robert Liskow das Amt. Auch Sack trat zurück, nachdem die CDU auf 13,3 Prozent abgesackt war. Philipp Amthor, heute Staatsminister in der Bundesregierung, war zeitweise im Gespräch, zog sich aber nach Korruptionsvorwürfen zurück.
Die CDU ist mit rund 4000 Mitgliedern die stärkste Partei in Mecklenburg-Vorpommern. Die kommissarische Leitung übernimmt zunächst Philipp Amthor, wie es aus der Partei heißt. Ein Sonderparteitag in naher Zukunft sei im Gespräch.